Entwicklung der Geburten

Die zusammengefasste Geburtenrate (Total Fertility Rate) ist in Hessen seit rund 30 Jahren stabil und bewegt sich mit leichten Schwankungen um 1,4 Kinder je Frau. Damit liegt sie deutlich unter der für den Erhalt der Elterngeneration notwendigen Anzahl an Kindern. Hierfür müsste eine Frau durchschnittlich 2,1 Kinder gebären (Bestandserhaltungsniveau). Im internationalen Vergleich mit ausgewählten europäischen Staaten liegen Hessen sowie Deutschland sichtbar hinter Ländern wie Island, Frankreich, Großbritannien und Schweden zurück (Abb. 38).

Geburtenziffer von Hessen im europäischen Vergleich 2012
Geburtenziffer von Hessen im europäischen Vergleich 2012  Foto: Eurostat 2014, Darstellung der HA Hessen Agentur GmbH.

Gleichzeitig gibt es einen deutlichen und anhaltenden Trend zur späteren Elternschaft: Lag 1970 der Gipfel der altersspezifischen Geburtenraten (Anzahl Lebendgeborene je 1.000 Frauen) bei 24 Jahren, so hat dieser sich deutlich verschoben und liegt im Jahr 2013 bei 30 Jahren. Das heißt, dass heute die meisten Frauen erst ab Mitte zwanzig ihre Familienplanung beginnen und viele Frauen bis Ende dreißig ihre Kinder gebären. Dies hat z. B. Konsequenzen für die Schwangerschaftsvorsorge; da die Risiken zu Mehrlingsgeburten und Fehlbildungen mit steigendem Alter der Mutter zunehmen, ist mit zunehmenden Gesundheitskosten zu rechnen. Aber auch strukturell in der Planung der Versorgungsstrukturen sollte diese sich ändernde Lebenssituation der Mütter beachtet werden

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