Lebenserwartung

Verbesserte Lebens- und Arbeitsverhältnisse, der flächendeckende Zugang zum medizinischen Versorgungssystem und der medizinische (medizinisch-technische und pharmakologische) Fortschritt haben in Hessen wie auch in ganz Deutschland die durchschnittliche Lebenserwartung kontinuierlich ansteigen lassen. Aussagen über die durchschnittliche Lebenserwartung können auf Basis von sogenannten Sterbetafeln getroffen werden. Die aktuelle Sterbetafel, die vom Statistischen Bundesamt herausgegeben wurde, basiert auf den Jahren 2010 bis 2012. Demnach beträgt in Deutschland die aktuelle Lebenserwartung von neugeborenen Jungen 77,72 Jahre und von neugeborenen Mädchen 82,73 Jahre. Neugeborene in Hessen haben laut der Sterbetafel eine geringfügig höhere Lebenserwartung: Für Jungen beträgt die Lebenserwartung 78,39 Jahre und für Mädchen 82,97 Jahre.1 Knapp 40 Jahre vorher lag die durchschnittliche Lebenserwartung noch wesentlich niedriger. Laut der Sterbetafel 1970/1972 konnten Neugeborene in Deutschland damals mit einer Lebenserwartung von 67,41 Jahren (Jungen) bzw. 73,83 Jahren (Mädchen) rechnen. In Hessen lag die Lebenserwartung bei 68,18 Jahren (Jungen) bzw. 74,10 Jahren (Mädchen).2 Für die Zukunft ist von einer weiter steigenden Lebenserwartung auszugehen, unter der Voraussetzung, dass der Gesundheitszustand gleichbleibend hoch ist. Dem widersprechen Publikationen aus den USA3, denn dort wurde erstmalig 2005 beobachtet, dass die jetzt Neugeborenen statistisch eine geringere Lebenserwartung haben als ihre Eltern.

Fußnote
  1. Statistisches Bundesamt, Lebenserwartung nach Bundesländern nach der allgemeinen Sterbetafel 2010/2012.
  2. Statistisches Bundesamt: Periodensterbetafeln für Deutschland. 1871/1881 bis 2009/2011. Wiesbaden 2012 sowie Statistisches Bundesamt: Periodensterbetafeln für Deutschland. 1871/1881 bis 2008/2010. Wiesbaden 2012.
  3. „A Potential Decline in Life Expectancy in the United States in the 21st Century“, NEJM 2005.
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