Einkommenssituation

Das Einkommen hat einen wesentlichen Einfluss auf das Konsumverhalten der Bürger, im Speziellen z. B. auf die Ernährung und damit auf die Gesundheit. In Hessen gab es 2012 rund 3 Millionen Privathaushalte mit sehr unterschiedlichen Nettoeinkommen, wie die Abbildung verdeutlicht (Abb. 44).

Monatliches Nettoeinkommen der Privathaushalte in Hessen 2012
Monatliches Nettoeinkommen der Privathaushalte in Hessen 2012  Foto: Informationen des Mikrozensus. Nicht dargestellt sind Haushalte, in denen mindestens eine Person in ihrer Haupttätigkeit selbstständig in der Landwirtschaft ist, sowie Haushalte ohne Angabe. Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt (Bericht Haushalte und Familien), Darstellung der HA Hessen Agentur GmbH

Rund 670.000 Haushalten steht ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 1.300 Euro zur Verfügung. Wie die folgende Abbildung verdeutlicht, sind in diesen Haushalten nicht nur viele jüngere, sondern vergleichsweise auch viele ältere Personen im Alter über 65 Jahren anzutreffen, die das Erwerbsleben bereits beendet haben (Abb. 45).

Monatliches Nettoeinkommen der Privathaushalte nach Altersgruppen des Haupteinkommensbeziehers 2012
Monatliches Nettoeinkommen der Privathaushalte nach Altersgruppen des Haupteinkommensbeziehers 2012  Foto: Informationen des Mikrozensus. Nicht dargestellt sind Haushalte, in denen mindestens eine Person in ihrer Haupttätigkeit selbstständig in der Landwirtschaft ist, sowie Haushalte ohne Angabe. Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt (Bericht Haushalte und Familien 2012), Darstellung der HA Hessen Agentur GmbH.

Entsprechend einer EU-Konvention gelten Menschen als armutsgefährdet, wenn ihnen weniger als 60 % des mittleren Einkommens (Median) der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Die Armutsgefährdungsschwelle lag danach in Deutschland im Jahr 2013 bei einem monatlichen Einkommen von 892 Euro (Bundesmedian). Nach Ergebnissen des Mikrozensus bestand im Jahr 2013 daher für 13,7 % der hessischen Bevölkerung eine Gefährdung durch relative Armut. Der Anteil lag in Hessen 1,8 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt von 15,5 %. Lediglich in Bayern (11,3 %) und in Baden-Württemberg (11,4 %) fallen die Armutsgefährdungsquoten niedriger aus. Innerhalb Hessens waren die Gefährdungsquoten vor allem in Nord- und Mittelhessen mit 16,0 % bzw. 15,4 % überdurchschnittlich. Gleiches gilt für jüngere Menschen: Etwa jedes sechste Kind unter 18 Jahren (16,4 %) und annähernd jede vierte junge Person zwischen 18 und 24 Jahren (23,1 %) galten 2013 als armutsgefährdet. Bei den 50- bis unter 65-Jährigen hingegen traf dies nur auf rund 10 % zu. Im Renten­alter lag die Armutsgefährdungsquote mit 13,5 % etwa im Durchschnitt der hessischen Gesamtbevölkerung.

Das Armutsrisiko ist in hohem Maße von der Erwerbssituation abhängig. Es steigt zudem mit abnehmenden schulischen und beruflichen bzw. akademischen Qualifikationen. Auch die Zusammensetzung eines Haushalts hat Einfluss auf die Armutsgefährdung der darin lebenden Personen. Häufig von Armut gefährdet sind Alleinerziehende mit Kindern (35,4 %) sowie Familien mit drei oder mehr minderjährigen Kindern im Haushalt (22,1 %). Aber auch annähernd jeder vierte Einpersonenhaushalt (23,1 %) war einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund war mit einem Anteil von 24,6 % mehr als doppelt so häufig von Armut betroffen wie die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (9,4 %).

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