Qualifikation des Pflegepersonals

21 % des Personals aller Pflegeeinrichtungen haben einen Abschluss als staatlich anerkannte Altenpflegerin und anerkannter Altenpfleger, 13 % als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger. In ambulanten Einrichtungen ist der Anteil mit abgeschlossener Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. zum Gesundheits- und Krankenpfleger höher (24 %), während 19 % einen Abschluss als staatlich anerkannte/r Altenpfleger/-in haben. Für das Personal stationärer Einrichtungen beträgt der Anteil mit einem Berufsabschluss als staatlich anerkannte Altenpflegerin und anerkannter Altenpfleger 22 %, als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. zum Gesundheits- und Krankenpfleger 7 %.

Darüber hinaus findet sich eine Vielzahl weiterer Berufsabschlüsse wie Altenpflegehelferin und Altenpflegehelfer, Krankenpflegehelferin und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Ergotherapeutin und Ergotherapeut oder Fachhauswirtschafterin und Fachhauswirtschafter für ältere Menschen.

Rund ein Viertel des Personals der hessischen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen weist einen „sonstigen Berufsabschluss“ auf. 19 % besitzen keinen Berufsabschluss oder befinden sich noch in Ausbildung (Abb. 105).

Berufsabschlüsse des Personals in hessischen Pflegeeinrichtungen 2013
Berufsabschlüsse des Personals in hessischen Pflegeeinrichtungen 2013  Foto: Pflegestatistik Hessisches Statistisches Landesamt 2013, Darstellung und Berechnung der HA Hessen Agentur GmbH.

Tab. 34: Beschäftigungsverhältnisse des Personals in hessischen Pflegeeinrichtungen (1999 bis 2013)

Pflegeeinrichtung/ Beschäftigungs-verhältnisBeschäftigte
Verteilung nach Beschäftigungsverhältnis

20032005 2007
2009
2011
2013
2003
2005
2007
2009
2011
2013
ambulante Pflegedienste
13.803 14.329 16.456 18.94019.568 21.575 100% 100% 100% 100% 100% 100%
darunter**:
Vollzeitbeschäftigte 3.860 3.762 4.227 4.902 5.352 5.79528 % 26,3% 25,7% 25,9% 27,4% 26,9%
Teilzeitbeschäftigte 9.473 10.10911.737 13.538 13.847 15.13368,6% 70,5% 71,3% 71,5% 70,8% 70,1%
stationäre Heime
33.420 35.136 36.844 40.236 43.85746.101100% 100% 100% 100% 100% 100%
darunter**:
Vollzeitbeschäftigte 15.552 14.933 14.86815.287 16.27615.591 46,5% 42,5% 40,4% 38% 37,1% 33,8%
Teilzeitbeschäftigte 15.570 17.69419.137 22.135 24.733 26.567 46,6% 50,4% 51,9% 55% 56,4% 57,6%
insgesamt
47.223 49.465 53.300 59.176 63.425 67.676 100% 100% 100% 100% 100% 100%
darunter**:
Vollzeitbeschäftigte19.41218.69519.09520.18921.62821.386 41,1% 37,8% 35,8% 34% 34,1% 31,6%
Teilzeitbeschäftigte 25.04327.803 30.874 35.67338.580 41.700 53% 56,2% 57,9% 60,3% 60,8% 61,6%

Legende:*Am 15. Dezember des Jahres. ** Ohne Praktikanten, Schüler und Auszubildende sowie Helfer im Freiwilligen Sozialen Jahr und Zivildienstleistende Quelle: Pflegestatistik Hessisches Statistisches Landesamt, Berechnung und Darstellung der HA Hessen Agentur GmbH.

Für Hessen wurden 2013 über 205.000 Pflegebedürftige verzeichnet, davon fast 70.000 Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz gem. § 45a SGB XI. Etwa ein Drittel der Pflegebedürftigen (knapp 73.000) sind Männer und zwei Drittel (gut 132.000) Frauen. Damit sind insgesamt rund 3 % der Bevölkerung zu den Pflegebedürftigen zu rechnen. Hessenweit sind 37 % der Pflegebedürftigen 85 Jahre und älter, 69 % sind über 75 Jahre. 83 % der pflegebedürftigen Personen entfallen auf die Alters­gruppe 65 Jahre und älter, entsprechend sind 17 % der Pflegebedürftigen jünger als 65 Jahre (Abb. 106).

Die Pflegebedürftigkeit nimmt mit höherem Alter zu
Die Pflegebedürftigkeit nimmt mit höherem Alter zu  Foto: Hessisches Sozialministerium, Hessen Agentur.

Der Anteil der Pflegebedürftigen bei den Frauen ist in allen diesen Altersgruppen höher als die entsprechende Quote bei den Männern. Dies ist unter anderem auch durch die höhere Lebenserwartung bzw. den daraus entstehenden Frauenüberhang in den hohen Altersstufen erklärbar. Außerdem kann es auch durch eine höhere Häufigkeit des Alleinlebens oder ein anderes Antragsverhalten mitbedingt sein (Tab. 35).1

Tab. 35: Leistungsempfänger/innen in Hessen nach Geschlecht, Alter und Art der Leistungen 2013 

Geschlecht/Alter Insgesamt* Anteil an der Bevölkerung** Ambulante Pflege* Stationäre Pflege* Pflegegeld***
InsgesamtDarunter: vollstationäre Dauerpflege
Männlich
72.7742,514.540 13.75513.18644.479
Im Alter von 65 und mehr Jahren
54.08510,212.412 11.81911.29629.854
Im Alter von 75 und mehr Jahren
40.93617,510.163 9.1118.67521.662
Im Alter von 85 und mehr Jahren
17.08136,8 4.6054.362 4.1558.114
Weiblich
132.352 4,3 30.065 37.061 35.77265.226
Im Alter von 65 und mehr Jahren
115.39716,9 27.57835.72334.481 52.096
Im Alter von 75 und mehr Jahren
100.650 28,3 24.370 32.83731.718 43.443
Im Alter von 85 und mehr Jahren
58.14853,8 13.820 21.933 21.251 22.395
Insgesamt 205.1263,444.605 50.81648.958109.705
Im Alter von 65 und mehr Jahren
169.48214,036.27343.336 42.168 75.300
Im Alter von 75 und mehr Jahren
141.586 24,0 34.533 41.948 40.39365.105
Im Alter von 85 und mehr Jahren
75.229 48,7 18.425 26.29525.406 30.509

Legende: *Am 15. Dezember des Jahres. **Am 31. Dezember des Jahres. ***Stichtag: 31.12.2013. Ohne Empfänger/innen von Pflegegeld, die zusätzlich auch ambulante Pflege erhalte und dort bereits berücksichtigt sind. Quelle Pflegestatistik Hessisches Statistisches Landesamt, Berechnung und Darstellung der HA Hessen Agentur GmbH.

Die Zahl der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger in Hessen hat sich in den letzten zehn Jahren um fast ein Drittel erhöht – von rund 155.000 Personen 2003 auf 205.000 Personen 2013. Der Anteil der Pflegebedürftigen stieg damit von 2,5 % im Jahr 2003 auf 3,4 % im Jahr 2013. Die demografische Entwicklung dürfte hierzu beigetragen haben: Der Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner im Alter von 65 Jahren und mehr an der Bevölkerung nahm in diesem Zeitraum ebenfalls zu, nämlich von 17,7 % im Jahr 2003 auf 20,1 % im Jahr 2013.

Wie auch bei den Pflegeeinrichtungen variiert der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung regional. So fällt dieser für Nord- und Mittelhessen in der Regel höher aus als für die meisten Regionen Südhessens. Den höchsten Anteil Pflegebedürftiger an der Bevölkerung insgesamt wies im Jahr 2013 mit 5,3 % der Werra-Meißner-Kreis auf, den niedrigsten Anteil mit 2,6 % der Main-Taunus-Kreis.

Mit 154.310 Menschen werden gut drei Viertel (75,2 %) aller Leistungsempfänger zu Hause versorgt, davon die große Mehrheit (71 %) ausschließlich durch Angehörige. Von den 109.700 durch Angehörige gepflegten Menschen waren rund 64 % (69.700 Personen) der Pflegestufe I, 29 % (31.300 Personen) der Pflegestufe II und 8 % oder 8.700 Personen der Pflegestufe III (einschl. Härtefälle) zuzuordnen. Die übrigen 44.600 zu Hause versorgten Pflegebedürftigen wurden von Pflegediensten betreut. 50.800 Pflegebedürftige wurden in stationären Einrichtungen vollstationär versorgt. Teilstationäre Pflegeleistungen erhielten 2.900 Pflegebedürftige. Frauen (28 %) werden dabei häufiger stationär gepflegt als Männer (19 %). Männer werden hingegen häufiger zu Hause betreut (61 %), der entsprechende Vergleichswert bei den Frauen liegt bei 49 % (Abb. 107).

Verteilung der Leistungsempfänger-innen in Hessen nach Art der Leistungen
Verteilung der Leistungsempfänger-innen in Hessen nach Art der Leistungen  Foto: Pflegestatistik Hessisches Statistisches Landesamt 2013, Darstellung und Berechnung der HA Hessen Agentur GmbH.

Regional bestehen zum Teil deutliche Unterschiede. Der höchste Anteil an stationär versorgten Pflegebedürftigen ist im Odenwaldkreis zu finden. Hier wurde 2013 fast jeder dritte Pflegebedürftige in Pflegeheimen versorgt – hingegen nur ca. jeder fünfte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg war der Anteil der Empfänger von Pflegegeld mit 60 % besonders hoch, d. h., die Pflege wird hier überdurchschnittlich häufig von Angehörigen übernommen. Der größte Anteil der von ambulanten Diensten versorgten Pflegebedürftigen ist in der Stadt Kassel (33 %) zu finden. Eine eher nachrangige Rolle besitzt die ambulante Pflege mit einem Anteil von nur 14 % im Odenwaldkreis. Die regionalen Divergenzen dürften von verschiedenen Einflussgrößen, z. B. Verstädterung, soziostrukturellen Merkmalen oder regionalen Konzentration von Pflegeeinrichtungen, abhängen (Tab. 36). 

Tab. 36: Regionale Verteilung der Leistungsempfänger/-innen Städten nach Art Leistungen (2013)

Stationäre Pflege Ambulante Pflege Pflegegeld
Bergstraße (LK)
26,7% 19,7% 53,6%
Darmstadt
31,2% 25,2% 43,6%
Darmstadt-Dieburg (LK)
21,6% 23,3% 55,0%
Frankfurt am Main
21,6% 26,7% 51,7%
Fulda (LK)
25,7% 17,1% 57,2%
Gießen (LK)
23,4% 22,2% 54,4%
Groß-Gerau (LK)
24,5% 16,0% 59,6%
Hersfeld-Rotenburg (LK)
21,4% 18,3% 60,2%
Hochtaunuskreis
31,5% 19,3% 49,2%
Kassel 22,4% 32,7% 44,9%
Kassel (LK)
28,6% 21,5% 49,9%
Lahn-Dill-Kreis
24,3% 22,3% 53,4%
Limburg-Weilburg (LK)
22,8% 20,3% 56,9%
Main-Kinzig-Kreis
24,2% 16,1% 59,7%
Main-Taunus-Kreis
21,8% 22,3% 55,9%
Marburg-Biedenkopf (LK)
22,7% 26,3% 51,0%
Odenwaldkreis
32,4% 13,9% 53,7%
Offenbach (LK)
23,4% 18,4% 58,2%
Offenbach am Main
22,3% 23,5% 54,1%
Rheingau-Taunus-Kreis
26,1% 24,2% 49,7%
Schwalm-Eder-Kreis
26,2% 21,5% 52,3%
Vogelsbergkreis
21,7% 21,1% 57,2%
Waldeck-Frankenberg (LK)
30,7% 19,1% 50,2%
Werra-Meißner-Kreis
23,2% 22,5% 54,3%
Wetteraukreis
26,1% 19,2% 54,7%
Wiesbaden
26,1% 27,7% 46,2%

Quelle: Pflegestatistik Hessisches Statistisches Landesamt 2013, Darstellung und Berechnung der HA Hessen Agentur GmbH auf Kartengrundlage der GfK Geomarketing GmbH.

Fußnote
  1. Statistische Ämter des Bundes und der Länder (Hrsg.) (2010): Demografischer Wandel in Deutschland, Auswirkungen auf Krankenhausbehandlungen und Pflegebedürftige im Bund und in den Ländern, H. 2, Wiesbaden, S. 25.
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