Beratungsangebote

Beratungsstellen nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz

In Hessen besteht ein weltanschaulich plurales, wohnortnahes Beratungsangebot. Im Jahr 2014 standen in Hessen 112 staatlich anerkannte Beratungsstellen einschließlich Neben- und Außenstellen zur Verfügung, die alle Aufgaben des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG) erfüllen. Die Beratungsstellen bieten allgemeine Beratungen nach § 2 SchKG zu Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung, Familienplanung und Schwangerschaft sowie teilweise auch Schwangerschaftskonfliktberatung nach § 5 SchKG an.

Darüber hinaus standen für die Konfliktberatung nach § 5 SchKG 27 Ärztinnen und Ärzte in Beratungsstellen zur Verfügung. Nach Abschluss einer Konfliktberatung nach § 5 SchKG wird eine Beratungsbescheinigung nach § 7 SchKG ausgestellt.

Inanspruchnahme

2014 wurden 42.389 Beratungsgespräche zu Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung sowie in allen eine Schwangerschaft unmittelbar oder mittelbar berührenden Fragen (Beratungen nach § 2 SchKG) durchgeführt. Schwangerschaftskonfliktberatungen nach § 5 SchKG kamen 11.189 Mal vor. Die Inanspruchnahme der Beratungsgespräche insgesamt nach dem SchKG ging im Jahr 2014 gegenüber den Vorjahren etwas zurück, wie Abb. 108 belegt.

Entwicklung der Beratungsgespräche im Rahmen des Schwangerschaftskonfliktgesetzes
Entwicklung der Beratungsgespräche im Rahmen des Schwangerschaftskonfliktgesetzes  Foto: Krankenhausstatistik Hessisches Statistisches Landesamt 2013, Darstellung der HA Hessen Agentur GmbH.

2013 standen den 52.185 Geburten durch Frauen, die ihren Wohnsitz in Hessen hatten, 8.224 gemeldete Schwangerschaftsabbrüche gegenüber. Damit kamen auf 1.000 Geburten 158 Schwangerschaftsabbrüche. Der bundesdeutsche Referenzwert in diesem Jahr betrug 151 Schwangerschaftsabbrüche je 1.000 Geburten. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche um 521 Fälle oder 6 %. Damit war der Rückgang bei hessischen Frauen deutlich stärker als der Bundesdurchschnitt (-4 %).

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