Die Hospiz-Bewegung in Hessen und die Unterstützung durch die Hessische Landesregierung

Ziel der Hessischen Landesregierung ist es, die Sterbebegleitung in Hessen stetig zu verbessern. 1996 hat die damalige Landesregierung ein ressortübergreifend erarbeitetes Konzept zur Verbesserung der Sterbebegleitung in Hessen vorgelegt, das im Rahmen der 1. Fachtagung „Leben und Sterben“ im Juli 1996 in Kassel vorgestellt wurde. Auf dieser Fachtagung wurde auch die Einrichtung der AG Sterbebegleitung verabredet. Diese Arbeitsgruppe der Landesregierung zur Verbesserung der Sterbebegleitung in Hessen ist für die vielfältigen Initiativen und Ansätze, die sich in den vergangenen Jahren in diesem Bereich auch in Hessen konstituierten, eine Instanz der Begleitung und Fortentwicklung von Bedingungen würdigen Sterbens.

Im November 1996 wurde die Arbeitsgruppe „Verbesserung der Sterbebegleitung in Hessen“ einberufen. Aus der Arbeitsgruppe heraus wurden in verschiedenen Unterarbeitsgruppen einzelne Themen wie z. B. die Qualifizierung Ehrenamtlicher und die Verbesserung der Sterbebegleitung im Altenpflegeheim intensiv bearbeitet und Empfehlungen herausgegeben. Auf Vorschlag der Arbeitsgruppe hat die Hessische Landesregierung inzwischen 16 Fachtagungen „Leben und Sterben“ zu unterschiedlichen Fragestellungen und Themen durchgeführt.

Zur Unterstützung und Stärkung der Hospizbewegung in Hessen wurde 1997 auf Landesebene eine Koordinations- und Ansprechstelle für Dienste der Sterbebegleitung und Angehörigenbetreuung (KASA) eingerichtet. Diese wird durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration gefördert. Sie unterstützt und berät hospizliche Dienste u. a. bei Fragen zu Auf- und Ausbau und der Finanzierung. Zudem berät sie bei dem Auf- und Ausbau von Netzwerken und Kooperationsstrukturen der Sterbebegleitung und organisiert die jährlichen Fachtagungen „Leben und Sterben“, deren Themen von der Arbeitsgruppe „Verbesserung der Sterbebegleitung in Hessen“ vorgeschlagen werden. Die KASA ist organisatorisch bei der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE) angesiedelt.

Über das Qualifizierungsprogramm für bürgerschaftliches Engagement (Sozialministerium) werden auch spezifische Kurse für Hospizmitarbeitende gefördert.

Außerdem werden Hilfsmittel für die tägliche Arbeit in der Sterbebegleitung zur Verfügung gestellt, wie z. B. die Broschüren „Die Pflegetipps – Palliative Care“ und „Demenz und Schmerzen“ sowie die „Empfehlungen zur Sterbebegleitung in hessischen Altenpflegeheimen“ und die „Praxishilfe für die Hospiz- und Palliativarbeit vor Ort“.

Die Interessenvertretung der Hospizbewegung, die Landesarbeitsgemeinschaft der Hospizinitiativen, früher LAG Hospize und jetzt Hospiz- und Palliativ Verband Hessen (HPVH), wurde 1996 gegründet. Derzeit vertritt der Verband 83 ambulante Hospizvereine und 15 stationäre Hospize sowie das stationäre Kinderhospiz in Wiesbaden.

Im Hessischen Krankenhausrahmenplan 2009 wurde ein Hessisches Onkologiekonzept umgesetzt. Dort weist die Landesregierung darauf hin, dass ein großer Anteil der palliativ versorgten Patientinnen und Patienten eine onkologische Grunderkrankung aufzeigt und daher eine Abstimmung des onkologischen Fachkonzeptes mit der Fachkonzeption zur Palliativversorgung erforderlich ist.

Da die Strukturen der palliativen Versorgung und der hospizlichen Begleitung historisch gewachsen sind, sehr stark von den Personen vor Ort geprägt werden und sich von Region zu Region unterscheiden, kann die Palliative-Care-Versorgung nur in enger Kooperation mit den relevanten lokalen Akteurinnen und Akteuren weiterentwickelt werden. Deshalb wird die Hessische Landesregierung bei ihrer Förderung der Hospizarbeit weiterhin einen Schwerpunkt auf die regionale Vernetzung legen. Außerdem werden Fort- und Weiterbildungsbedarfe in den Blick genommen, die sich bei der Beratungsarbeit durch KASA herauskristallisiert haben.

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