Fallzahlen und Verweildauern

Die deutschlandweiten Strukturveränderungen im Krankenhaussektor wie beispielsweise die Einführung des diagnoseorientierten Fallpauschalensystems (G-DRG) seit 2003, die zunehmende Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung in den Krankenhäusern aufgrund des steigenden Kostendrucks und höherer Qualitätsanforderungen wie auch des medizinischen und technischen Fortschritts haben auch in Hessen Auswirkung auf die Entwicklung der Fallzahlen und die Verweildauer. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die durchschnittliche Verweildauer im Zeitraum von 1990 bis 2013 von 13,2 Tagen auf 7,6 Tage bzw. um -42,4 % gefallen, während die Fallzahlen im gleichen Zeitraum sogar um 27,8 % gestiegen sind. Seit dem Jahr 2006 ist ein deutlicher Aufwärtstrend der Fallzahlen festzustellen, der 2013 mit 1.331.355 Fällen den bisherigen Höhepunkt erreichte (Abb. 95).

Entwicklung der Fallzahlen und Verweildauern in hessischen Krankenhäusern von 2003 bis 2013
Entwicklung der Fallzahlen und Verweildauern in hessischen Krankenhäusern von 2003 bis 2013  Foto: Krankenhausstatistik Hessisches Statistisches Landesamt 2013, Darstellung der HA Hessen Agentur GmbH.

Die in den hessischen Kliniken durchgeführten Prozess­optimierungen gehen mit vielfältigen Umstrukturierungen einher. Ein großer Teil der Operationen, die früher eine vollstationäre Behandlung erforderten, werden nun teilstationär oder ambulant durchgeführt. Zusätzlich ­gewinnen vor- und nachstationäre Behandlungsformen an Gewicht. Durch diese Veränderungen und die Einführung des DRG-Systems reduzierte sich zwischen den Jahren 2003 und 2006 die Anzahl der aufgestellten Betten um knapp 8 %. Seit 2006 ist eine Trendwende zu erkennen, die Bettenanzahl nimmt wieder leicht zu. Im Jahr 2013 waren in Hessen ca. 36.200 Betten aufgestellt, knapp 1.800 Betten weniger als noch im Jahr 2003. Die Auslastung der Betten erreichte 2005 ihren Tiefstwert und stieg danach wieder an. Im Jahr 2013 lag die Bettenauslastung bei 77 %. Die Entwicklung der Berechnungs- und Belegungstage zeigt seit dem Jahr 2007 eine Zunahme, die allerdings nicht so stark ausfällt wie die Entwicklung der Fallzahlen (Abb. 96).

Die Entwicklung zentraler Leistungsparameter in hessischen Krankenhäusern von 2003 bis 2013
Die Entwicklung zentraler Leistungsparameter in hessischen Krankenhäusern von 2003 bis 2013  Foto: Krankenhausstatistik Hessisches Statistisches Landesamt 2013, Darstellung der HA Hessen Agentur GmbH

Die Verweildauer variiert in den einzelnen Fachgebieten aufgrund unterschiedlicher Behandlungskonzepte und Krankheitsverläufe sehr deutlich, wie Abb. 97 zeigt. Im Jahr 2013 reichte die Spannweite der durchschnittlichen Verweildauer von 40,7 Tagen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie bis zu drei Tagen in der Kinderchirurgie. Insgesamt ist in allen Fachabteilungen, abgesehen von den Fachabteilungen Strahlentherapie und Herzchirurgie, ein Verweildauerrückgang im Zeitverlauf von 2003 bis 2013 festzustellen.

Entwicklung der durchschnittlichen Verweildauer in hessischen Krankenhäusern nach Fachgebieten
Entwicklung der durchschnittlichen Verweildauer in hessischen Krankenhäusern nach Fachgebieten  Foto: Stat. Landesamt, Darstellung der HA Hessen Agentur GmbH
© Copyright 2018-2020 - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration