15. - 18. Lebensjahr: Adoleszenz

In dieser Lebensphase wird der Übergang zum Erwachsensein vollzogen. Auf der Suche nach der eigenen Identität und dem eigenen Lebensweg finden Emanzipationsprozesse vom Elternhaus statt. Jugendliche sammeln Erfahrungen und werden selbstständig, überwinden Grenzen oder lernen sie zu akzeptieren. In dieser Lebensphase werden bedeutende Weichenstellungen für den weiteren Bildungs- und Berufsweg gestellt, die Fähigkeiten wie Leistungsbereitschaft und Entschlusskraft erfordern und auch psychische Belastungen mit sich bringen können.

Vorsorge für Jugendliche

Für das 17. oder 18. Lebensjahr ist die zweite Jugendgesundheitsuntersuchung (J2) terminiert.

Verschiedene zentrale Präventionsfelder wie Ernährung, Bewegung oder Suchtprävention bleiben auch in dieser Altersgruppe relevant. Der Abwehr psychischer Erkrankungen ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Infektionskrankheiten

Bei den Darminfektionen wurde im Vergleich zu den darunterliegenden Altersgruppen ein deutlicher Anstieg von Campylobacter-Erkrankungen gemeldet. Diese machten in Hessen in der Altersgruppe von 15 bis 18 Jahren 44 % aller Darminfektionen aus.

Psychische Auffälligkeiten

Der Anteil von Mädchen mit psychischen Auffälligkeiten, die mittels eines Elternfragebogens in der KiGGS-Studie 2014 ermittelt wurden, blieb vom Grundschulalter bis zur Jugendzeit relativ stabil und erreichte in dieser Altersgruppe 17,9 %.

Auch hessische Daten der HBSC-Studie spiegeln die psychischen Schwierigkeiten und Herausforderungen bei Jugendlichen der Klasse 9 gegenüber Kindern der Klassenstufen 5 und 7 wider.27 Hier sinkt die Lebenszufriedenheit von Klasse 5 bis Klasse 7 moderat ab, bei Mädchen stärker als bei Jungen, steigt allerdings in Klasse 9 wieder leicht an. Auch sehen es viele Jugendliche der Klassenstufe 9 als schwierig an, mit den Eltern über wichtige Dinge zu sprechen. Insgesamt sind knapp 82 % aller Jugendlichen mit ihrem Leben zufrieden.

Abb. 7 skizziert die geschlechtsspezifische Verteilung eines „zufriedenen Lebens“ getrennt nach der Klassenstufe. Hierfür wurden zwei Kategorien gebildet. Die dargestellte Kategorie umfasst jene Jugendlichen, die bei der Skala die sechste Sprosse oder höher angekreuzt haben, also ihr Leben als zufriedenstellend einstufen. Die nicht dargestellte Kategorie umfasst die Skalenpunkte fünf bis null und beschreibt demnach Schülerinnen und Schüler, die derzeit unzufrieden oder weder zufrieden noch unzufrieden mit ihrem Leben sind.

Anteil von Jungen und Mädchen die mit ihrem Leben zufrieden sind
Anteil von Jungen und Mädchen die mit ihrem Leben zufrieden sind  Foto: HBSC-Studie 2014 (Hessen), n=1034.

Unfälle und Todesfälle

In der Adoleszenz kommt es durch die steigende Mobilität, wachsende Motorisierung, verbunden mit geringer Erfahrung im Straßenverkehr zu einem deutlichen Anstieg der Verkehrsunfälle. In der hessischen Verkehrsunfallstatistik wurden im Jahr 2014 in der Altersgruppe 15 bis 18 Jahre 847 Unfälle mit männlichen und 477 Unfälle mit weiblichen Opfern gezählt. 1

Die Zahl der Unfälle mit Mofas, Mopeds und Motorrädern ist dabei durch die erhöhte Risikobereitschaft bei Jungen deutlich höher als bei Mädchen.

Fußnote
  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Straßenverkehrsunfälle. HI1, 2014-12.
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