Kleinkind

Häufige gesundheitliche Beeinträchtigungen des Kleinkindalters werden durch Unfälle verursacht. Wachsende Mobilität fördert den Entdeckerdrang. Kinder haben aber in diesem Alter noch kein Risikobewusstsein ent­wickelt.

Unfälle und Verletzungen

Hessenweit waren im Jahr 2013 Verletzungen mit 17,7 % der Einweisungen der zweithäufigste Grund für Behand­lungen im Krankenhaus (nach den Krankheiten des ­Atmungssystems und vor den Infektionskrankheiten). Diese Zahlen beziehen sich auf ein breiteres Altersintervall von 1 bis 4 Jahren. Gut 60 % der Behandlungen von Verletzungen bezogen sich auf Kopfverletzungen. In der KiGGS-Studie waren bundesweit in den Jahren 2009 bis 2012 14,8 % der Kleinkinder im Jahr vor der Erhebung wegen Unfällen in ärztlicher Behandlung. 1

Häufigste Erkrankungen

In dieser Altersgruppe sind akute, infektiöse Erkrankungen im Altersvergleich relativ häufig. Wie schon bei Kindern des ersten Lebensjahres waren bei den in Hessen gemeldeten Infektionserkrankungen der Verdauungsorgane Rotaviren (50 %) und Noroviren (20 %) besonders stark ausgeprägt. Salmonellosen waren mit 17 % vertreten. Das Risiko einer Krebserkrankung bei Kindern bis zum dritten Lebensjahr ist mit gut zwei Erkrankten pro 10.000 Kindern deutlich höher als in der weiteren Kinder- und Jugendzeit 2 Abb. 3

Vorsorge im Kleinkindalter

Die U-Untersuchungen U7 und U7a finden im Kleinkindalter statt. Untersuchungsschwerpunkte sind u. a. Übergewicht, Bewegungs- und Verhaltensstörungen und allergische Erkrankungen. Das Risiko für Unfälle im Haushalt (Stürze, Quetschungen, Verbrühungen, Strom, Verschlucken von Kleinteilen und gesund­heitsgefährdenden Stoffen etc.) kann durch Hilfsmittel, Haushaltsorganisation und Beobachtung klein ­gehalten werden.

Fußnote
  1. Saß AC., Poethko-Müller C., Rommel A. et al. (2014): Das Unfallgeschehen im Kindes- und Jugendalter – Aktuelle Prävalenzen, Determinanten und Zeitvergleich. Ergebnisse der KiGGS-Studie – Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1). Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 57 (7): 789–797
  2. Kaatsch P., Spix C.: German Childhood Cancer Registry – Report 2013/14 (1980-2013). Institute of Medical Biostatistics, Epidemiology and Informatics (IMBEI) at the University Medical Center of the Johannes Gutenberg University Mainz 2014.
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