Hessen
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Impfungen

Impfungen gehören zu den wirksamsten und wichtigsten präventiven Maßnahmen der Medizin, sie schützen vor Infektionen und ihren Komplikationen. Impfempfehlungen werden bundesweit von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut herausgegeben. Die in Hessen altersgerecht erforderlichen Impfungen werden in einem Katalog zusammengefasst, in Anlehnung an die STIKO-Empfehlungen vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration.

Impfquoten gegen Masern Mumps und Röteln im Zeitverlauf
Impfquoten gegen Masern Mumps und Röteln im Zeitverlauf  Foto: Hessisches Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (2015).

Die Erfassung von Impfquoten ist wichtig, um das Risiko von Krankheitsausbrüchen oder Epidemien einschätzen zu können und um die Wirksamkeit von Programmen zur Eliminierung bestimmter Infektionskrankheiten zu überprüfen. Die Grundimmunisierung findet im ersten Lebensjahr statt. In der Schuleingangsuntersuchung wird der im Impfpass dokumentierte Impfstatus erfasst. Somit ist die Aussagekraft der Impfstatistik von der Vollzähligkeit der Erfassung der Impfpässe abhängig. Bei der Schuleingangsuntersuchung werden nicht von allen Kindern Impfpässe vorgelegt. Der Anteil der Kinder ohne Impfdokumentation war im Beobachtungszeitraum von 1998 (9,5 %) bis 2014 (6,3 %) rückläufig.

Entwicklung der Impfquoten zum Zeitpunkt der hessischen Schuleingangsuntersuchung 1998 bis 2014

Veränderte Impfempfehlungen bilden sich in der Regel nicht kurzfristig in Statistiken ab, sondern erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung. Häufig nimmt die Praxis die Empfehlungen zum Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung auch bereits vorweg. Bei der Dokumentation ist zu berücksichtigen, dass Geburtsjahrgänge, die nach veränderten STIKO-Impfempfehlungen für das Säuglings- und Kleinkindalter geimpft werden, erst einige Jahre später in der Schuleingangsuntersuchung erfasst werden.

Impfquoten gegen Masern nach Bundesland 2013
Impfquoten gegen Masern nach Bundesland 2013  Foto: obert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin. Impfquoten bei der Schuleingangsuntersuchung in Deutschland 2013. Nr. 16, 2015. Grafische Darstellung: REBMANN RESEARCH, Karten erstellt mit ATLAS MEDICUS®.

Seit 2004 wird bei der Schuleingangsuntersuchung nicht nur die einmalige, sondern die zweimalige Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Im Jahr 2014 wurden 93,8 % der Kinder zweifach gegen Masern geimpft, allerdings wird damit das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Elimination der Masern noch verfehlt. Danach sollen 95 % der Kinder bis zum Jahr 2015 zweifach gegen Masern geimpft sein (Abb. 8 und Abb. 9 ). Die Impfquote gegen Pertussis (Keuchhusten) bei Schulanfängern lag im Jahr 2008 in Hessen bei 94,2 % (Abb. 10). Nach den aktuellen statistischen Zahlen für 2013 hat sich die Impfquote in Hessen auf 95,8 % erhöht.1

Impfquoten gegen Pertussis Keuchhusten nach Bundesland 2013
Impfquoten gegen Pertussis Keuchhusten nach Bundesland 2013  Foto: Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin. Impfquoten bei der Schuleingangsuntersuchung in Deutschland 2013. Nr. 16, 2015. Grafische Darstellung: REBMANN RESEARCH, Karten erstellt mit ATLAS MEDICUS®.

Nur bei wenigen Kindern, die einen Impfpass vorlegen, fehlen einzelne Impfungen komplett. Dies ist am relevantesten für die Hepatitis-B-Impfung (4,4 % ohne Impfung) und die Masern/Mumps/Röteln-Impfung (2,6 % ohne Impfung)(Abb. 11). Die Impfung gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird nur für Risikogebiete empfohlen. Die Risikogebiete Hessens liegen mit Ausnahme des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Südhessen. In den Risikogebieten waren im Jahr 2010 54 % der Kinder mindestens dreifach geimpft. Dieser Wert verringerte sich zuletzt jedoch auf 41,4 % im Jahr 2014.

Impfquoten aller erfassten Impfungen für das aktuellste verfügbare Jahr 2014 in Hessen
Impfquoten aller erfassten Impfungen für das aktuellste verfügbare Jahr 2014 in Hessen  Foto: Die Skala der Spritzen stellt die Anzahl der Auffrischimpfungen dar. Die Impfquote entspricht dem Anteil an Kindern, die die jeweilige Anzahl an Auffrischungen erhalten haben. S1: empfohlene Anzahl an Impfungen (S1<1: noch nicht implementierte, aber vorgesehene Empfehlung), der grüne Anteil entspricht dem Anteil an Kindern, die die empfohlene Anzahl an Auffrischimpfungen oder mehr erhalten hat. Quelle: Hessische Schuleingangsuntersuchungen. Grafische Darstellung: REBMANN RESEARCH.

Bundesvergleich

Für die Publikation des Ländervergleichs und der Bundesdaten erhält das Robert Koch-Institut die Impfzahlen der Schuleingangsuntersuchungen aus den Bundesländern und stellt sie zusammen. Die aktuellsten verfügbaren Zahlen stammen aus dem Jahr 2013 2. Leider sind die Impf­empfehlungen und die Erhebungsstandards bei vielen Impfungen nicht ganz einheitlich.

Hessische Kinder sind im Vergleich mit den alten Bundesländern und auch im Vergleich zur Bundesrepublik leicht überdurchschnittlich geimpft. Die Durchimpfung in den ostdeutschen Bundesländern ist aber noch deutlich höher (Abb. 9 und Abb. 10).

Unter Krankheiten und unter Krankheiten/Bösartige Neubildungen finden Sie Informationen zu dem Thema HPV sowie zum HPV-Projekt.

Fußnote
  1. De Statista, Impfquote gegen Pertussis unter Schulanfängern in Deutschland nach Bundesländern im Jahr 2013, http://de.statista.com/statistik/daten/studie/461129/umfrage/impfquote-gegen-pertussis-unter-schulanfaengern-nach-bundeslaendern/.
  2. Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin. Impfquoten bei der Schuleingangsuntersuchung in Deutschland 2013. Nr. 16, 2015.
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