Psychische Auffälligkeiten und Risikofaktoren

Häufigkeit

Psychische Störungen und Erkrankungen treten im Kindes- und Jugendalter in vielfältigen Formen auf. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie hat Leitlinien für 28 Diagnosetypen oder Symptomkomplexe mit einer Vielzahl spezifischer Krankheitsbilder erarbeitet.1 Störungen und psychische Krankheiten können in verschiedene Kategorien eingeordnet werden:

  • Entwicklungsstörungen (Sprache und Kommunikation, Lesen, Schreiben, Motorik)
  • Nach innen gerichtete (internalisierende) Störungen (Angststörungen, Phobien, Depressionen, Zwänge, posttraumatische Belastungssymptome)
  • Nach außen gerichtete (externalisierende) Störungen (Hyperaktivität, Störungen des Sozialverhaltens, Aggressivität und Delinquenz)
  • Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit körperlichen Störungen (Essstörungen, Einnässen etc.)

Nach den Daten der Untersuchungswelle 1 der KiGGS-Studie2 war in den Jahren 2009 bis 2012 etwa jedes fünfte Kind von 3 bis 17 Jahren der Gruppe psychisch auffälliger Kinder zugeordnet. Jungen waren mit 23,4 % häufiger auffällig als Mädchen mit 16,9 %. Bei Mädchen blieb die Auffälligkeitsquote ab dem Grundschulalter im Bereich von 16 % bis 18 %, bei Jungen wurde in der Altersgruppe von 11 bis 13 Jahren mit 29,7 % ein deutliches Hoch erreicht. 14- bis 17-jährige Jungen waren ebenso wie Mädchen zu knapp 18 % auffällig.

Fußnote
  1. www.awmf.org/leitlinien/aktuelle-leitlinien/ll-liste/deutsche-gesellschaft-fuer-kinder-und-jugendpsychiatrie-psychosomatik-und-psychotherapie.html
  2. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2014): Psychische Auffälligkeiten. Faktenblatt zu KiGGS Welle 1: Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Erste Folgebefragung 2009 – 2012. RKI, Berlin
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