Präventionsansätze

Zur Verbesserung des Schutzes von Kindern vor Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch bedarf es verschiedener, koordinierter Lösungsansätze. Neben einem stärkeren Fokus auf frühe Hilfen und auf eine bessere Vernetzung der Stellen und Institutionen für Belange von Kindern muss die gesellschaftliche Aufmerksamkeit insgesamt stärker auf das Kindeswohl gerichtet sein. Früh­erkennungsuntersuchungen sind ein Ausdruck der Wahrung des Kindeswohls. Kinder haben ein Recht darauf und Eltern sollen sich verpflichtet fühlen, ihren Kindern die Wahrnehmung dieses Rechtes zu ermöglichen. Frühzeitige Förder-, Hilfe- und Kontrollsysteme mit gleichen Zugangsmöglichkeiten für alle sind erforderlich, um alle Kinder zu erreichen und bei vorhandenen Entwicklungsdefiziten, bei Verdacht auf eine Erkrankung, aber auch bei Vernachlässigung oder Misshandlung eingreifen zu können. Spektakuläre Fälle von Kindesvernachlässigung oder -misshandlung stellen nur die Spitze des Eisbergs dar, epidemiologische Daten dazu stehen nicht zur Verfügung. Es gibt jedoch Schätzungen, wonach mindestens 5 % aller Kinder bis zum sechsten Lebensjahr eine mehr oder weniger ausgeprägte Vernachlässigung erfahren.

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