Risikofaktoren für psychische Belastungen

Die Verbreitung psychischer Auffälligkeiten im Erhebungszeitraum der Untersuchungswelle 1 der KiGGS-Studie zeigt eine enge Verknüpfung zum Sozialstatus der Herkunftsfamilie. Mädchen mit niedrigem Sozialstatus zeigten mit einem Anteil von 29,4 % um den Faktor 1,7 häufiger ein Risiko für psychische Auffälligkeiten als das Mittel aller Kinder. Bei Jungen mit niedrigem Sozialstatus wurden 37 % ein Risiko für eine psychische Auffälligkeit zugeordnet, was einem Faktor von 1,6 im Vergleich zu allen Jungen entspricht.

In der hessischen Schuleingangsuntersuchung wurde auf Basis der Einschätzung des Kindes und seiner Lebenssituation im Jahr 2014 bei 11,3 % der Mädchen und 13,3 % der Jungen ein Verdacht auf ein psychosoziales Risiko ausgesprochen. Kinder mit einem Migrationshintergrund aus Nord- oder Mitteleuropa hatten mit 6,4 % das geringste psychosoziale Risiko, gefolgt von Kindern ohne Migrationshintergrund mit 7,4 %. Hohe Anteile gab es bei Kindern mit türkischem (24,5 %) sowie arabischem, asiatischem und subsahara-afrikanischem Migrationshintergrund (je ca. 22 %).

Von den hessischen Schulanfängern hatten im Jahr 2014 Einzelkinder mit einem Anteil von 12,2 % ein höheres psychosoziales Risiko als Kinder, die mit einer Schwester oder einem Bruder aufwuchsen (9,1 %). Bei zwei (14,3 %), drei (20,1 %) und vier oder mehr Geschwistern (33,5 %) stieg das Risiko deutlich an.

Die Daten der Schuleingangsuntersuchung und des KiGGS sind wegen erheblich abweichender Erhebungsmodalitäten nicht direkt miteinander vergleichbar, beide Erhebungen können jedoch in Bezug zu den in diesem Bericht dargestellten Krankheitsmustern der Kinder & Jugendlichen in Hessen gesetzt werden.

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