Datenquellen

Schuleingangsuntersuchung

Die Schuleingangsuntersuchung ist eine Pflichtuntersuchung für Schulanfänger, die einige Monate vor dem geplanten Schuleintritt durch das Gesundheitsamt durchgeführt wird. Anonymisierte Daten der Schuleingangsuntersuchung stehen dem Land Hessen zur Auswertung zur Verfügung. Es handelt sich um eine Screeninguntersuchung, die Auffälligkeiten entdeckt und Empfehlungen ausspricht.

Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen)

Im Rahmen der U-Untersuchungen werden auch Daten zu Impfungen, der Teilnahme an U-Untersuchungen und zur Inanspruchnahme von Fördermaßnahmen erhoben.1

Studie „Health Behaviour in School-aged Children“

Die Studie „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC) ist eine internationale Studie, in der Schüler der Klassen 5, 7 und 9 zu ihrer gesundheitlichen Situation, ihrem Gesundheitsverhalten und ihrer sozialen Situation und Lebensumwelt befragt werden. Die Studie wird in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Forschern in inzwischen 43 Ländern durchgeführt. In Deutschland sind mehrere Bundesländer, darunter auch Hessen, beteiligt. Auswertungen liegen für die Erhebung 2006, 2010 und 2014 vor und sind in diesem Bericht für Hessen dargestellt.2

Kindergesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts

Die Kindergesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts (KiGGS) stellt die bundesweit umfangreichste Erfassung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland dar. Die Daten des KiGGS sind für Deutschland, aber nicht für einzelne Bundesländer repräsentativ. Die initiale Erhebung der Studie wurde in den Jahren 2003 bis 2006 durchgeführt. In diesem Bericht werden Daten der ersten Nachfolgewelle aus den Jahren 2009 bis 2012 dargestellt. Erkenntnisse aus dem KiGGS werden hier zur Beschreibung wichtiger Bereiche der Kinder- und Jugendgesundheit herangezogen, wenn keine entsprechenden Daten aus Hessen vorliegen.3

Darüber hinaus werden Daten der amtlichen Statistik und weiterer Datenquellen verwendet. Unter anderem:

  • Fälle meldepflichtiger Infektionskrankheiten werden am Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen gezählt.4
  • Der Heilmittelbericht 2014 des WIdO (Wissenschaft­liches Institut der AOK) wertet Abrechnungsdaten der AOK–Krankenversicherten auf Bundesebene aus.
  • Die Todesursachenstatistik des Hessischen Statistischen Landesamtes erfasst die Häufigkeit von Todesfällen nach Altersgruppen und Todesursachen.5
  • Krebserkrankungen bei Kindern werden in der Bundesrepublik nahezu vollzählig zentral durch das Deutsche Kinderkrebsregister in Mainz erfasst. Eine Erfassung im Hessischen Krebsregister erfolgt seit Oktober 2014. Von dort werden die Daten an das Deutsche Kinderkrebsregister nach Mainz gemeldet.
Fußnote
  1. Insgesamt gibt es etwa 50.000 Geburten/anno in Hessen. Somit fallen etwa 300.000 Kinder pro Jahr unter die verpflichtenden Vorsorgeuntersuchungen (Geburt bis Vollendung des sechsten Lebensjahrs). Das bedeutet 350.000 Meldungen (U4 bis U9) insgesamt sind pro Jahr vom HKVZ zu erfassen. Für die jeweils fällige Untersuchung gibt es Fristen und sogenannte Toleranzfristen, innerhalb derer die Untersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird
  2. UntersuchungsstufeVorgesehenes Alter (Lebensmonat)Toleranzgrenze (Lebensmonat)
    U 43. – 4.2. – 4,5.
    U 56. – 7.5. – 8.
    U 610. – 12. 9. – 14.
    U 721. – 24. 20. – 27.
    U 7a34. – 36. 33. – 38.
    U 843. – 48. 43. – 50.
    U 960. – 64. 58. – 66.
  3. Health Behaviour in School-aged Children – A WHO Cross National Survey (HBSC) 2010. Verantwortlich für den hessischen Studienteil: Prof. Dr. Andreas Klocke, Fachhochschule Frankfurt.
  4. In der KiGGS (Kindergesundheitsstudie) wurden Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 17 Jahren befragt. Die Studie ist bundesweit repräsentativ angelegt. Befragt wurden knapp 3.000 Familien. Es wurde u. a. erfasst: 
    • Körperliche Erkrankungen nach Altersgruppen (Kamtsuris et al.: „Häufigkeit von somatischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ Bundesgesundheitsblatt. Band 50, Heft 5/6, Mai/Juni 2007, S. 686-700.
      • Bei akuten und ansteckenden Erkrankungen wurde die 12-Monatsprävalenz erhoben,
      • bei chronischen Erkrankungen die Lebenszeit­prävalenz.
      • Für verschiedene Altersgruppen wird ein Überblick über die Belastung durch körperliche Erkrankungen gegeben.
    • Stillen: (Lange C et al.: Verbreitung, Dauer und zeitlicher Trend des Stillens in Deutschland, Bundesgesundheitsblatt 2007 50:624-633).
    • Übergewicht (Kurth et al. Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Bundesgesundheitsblatt. Band 50, Heft 5/6, Mai/Juni 2007, S. 736-743.
    • Psychische Gesundheit – In dem Modul Bella-Studie wurden bundesweit Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 17 Jahren befragt (Ravens Sieberer et al.: Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt 2007, 50: 871-878)
    • ADHS – Untersucht wurden Kinder und Jugendliche von 3-17 Jahren. Es wurden Lebenszeitprävalenzen (Kind oder Jugendlicher war in ärztlicher oder psychologischer Behandlung) und Verdachtsfälle anhand verschiedener Fragen ermittelt. (Schlack et al.: Die Häufigkeit der Aufmerksamkeits-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt 2007, 50: 827-835)
  5. Da meldepflichtige Infektionskrankheiten von Ärzten gemeldet werden, können nur Erkrankungen erfasst werden, die ärztlich behandelt wurden. Die Meldezahlen unterschätzen je nach Krankheit mehr oder weniger stark die wahre Häufigkeit. Sie erlauben aber Aussagen über die altersspezifischen Verteilungen. Nähere Informationen unter http://rp-giessen.hessen.de/Soziales/HLPUG/Gesundheitsdaten
  6. Zum Redaktionsschluss des Kapitels lagen Auswertungen bis zum Jahr 2014 vor. Siehe Hessisches Statistisches Landesamt, Gestorbene 2009 bis 2014 nach ausgewählten Todesursachen und Geschlecht.
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