Übergewicht und Adipositas

Daten zum Übergewicht bei Kindern liegen aus der ­hessischen Schuleingangsuntersuchung vor. Daten zum Übergewicht bei älteren Kindern und Jugendlichen sind bundesweit aus der Kindergesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts (KiGGS) verfügbar, aktuelle Zahlen lagen aber zum Redaktionsschluss dieses Berichts noch nicht vor.

Körperfettbestimmung

Eine Adipositas ist dadurch charakterisiert, dass der Körperfettanteil an der Gesamtkörpermasse pathologisch erhöht ist. Zur Abschätzung des Körperfettanteils hat sich die Verwendung der einfach messbaren Parameter Körpergröße und Körpergewicht und des daraus abgeleiteten Body-Mass-Index (BMI = Körpergewicht/Körpergröße² (kg/m²)) durchgesetzt.

Die Anwendung des BMI zur Definition von Übergewicht und Adipositas wird auch im Kindes- und Jugendalter empfohlen, wobei dort alters- und geschlechtsspezifische Referenzwerte benutzt werden müssen. Diese Referenzwerte basieren auf einer Stichprobe von über 34.000 deutschen Kindern und Jugendlichen (von Kromeyer-Hauschild et al. 2001 publizierte Daten).

In der Praxis ist es gebräuchlich, Referenzwerte in Form von sogenannten Perzentilkurven grafisch darzustellen.

Von einem Übergewicht kann gesprochen werden, wenn der Body-Mass-Index die 95. Perzentile oder gar die 97. übersteigt, während ein Untergewicht bereits ab der 10. Perzentile beginnt. In beiden Fällen sollten eingehende Gespräche mit einem Facharzt folgen, um therapeutische Schritte einzuleiten. 1

Da neben Körperlänge und Gewicht (BMI) auch das Alter und das Geschlecht bei der Zuordnung zu Gewichtskategorien verwendet werden, überlappen sich in Abb. 18 die Grenzbereiche zwischen starkem Untergewicht (grau links), Untergewicht (hellgrün links), Normalgewicht (grün), Übergewicht (hellgrün rechts) und Adipositas (grau rechts), die Extremwerte am linken Rand sind nur wenige BMI-Einheiten von der Mitte der Verteilung entfernt. Am rechten Rand läuft die Verteilung hingegen weiter aus. Ein Teil der Kinder hat also einen BMI, welcher erheblich über der Mitte der Verteilung liegt. Diese Abbildung zeigt, dass das Untergewicht im Vergleich zu dem Übergewicht und der Adipositas eine geringere Rolle spielt.

BMI Verteilung bei Einschulungsuntersuchung 2012 bis 2014
BMI Verteilung bei Einschulungsuntersuchung 2012 bis 2014  Foto: Hessische Schuleingangsuntersuchungen. Grafische Darstellung: REBMANN RESEARCH.

Der Body-Mass-Index wird in der hessischen Schuleingangsuntersuchung einheitlich seit dem Jahr 2002 erfasst und mit bundesweit vergleichbaren Referenzmaßen für Übergewicht, Adipositas etc. bewertet. Bei hessischen Schulanfängern sind seit Beginn der Erfassung die Anteile übergewichtiger oder adipöser Kinder in etwa gleich geblieben. Die Anteile untergewichtiger Kinder gingen zurück. Demnach bringen Stand 2014 21,9 % der Schulanfänger in Hessen zu viele oder zu wenige Pfunde auf die Waage. 10,9 % der Schulanfänger haben Übergewicht. Davon werden 4,8 % sogar als fettleibig eingestuft. 11 % der Kinder sind untergewichtig (Abb. 19).

Anteil von Kindern in der hessischen Schuleingangsuntersuchung nach Gewichtskategorie im Zeitverlauf 2002 bis 2014
Anteil von Kindern in der hessischen Schuleingangsuntersuchung nach Gewichtskategorie im Zeitverlauf 2002 bis 2014  Foto: Hessische Schuleingangsuntersuchungen. Grafische Darstellung: REBMANN RESEARCH.
Fußnote
  1. Nähere Informationen unter: Robert Koch-Institut, Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes: „Referenzperzentile für anthropometrische Maßzahlen und Blutdruck aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS), 2. erweiterte Auflage, Berlin 2013. Abbildungen aus der KiGGS-Studie unter: Robert Koch-Institut, Vortrag „KiGGS: Neue Referenzwerte bei Kindern und Jugendlichen“, Berlin 2009,https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/KiGGS_Referenzperzentile.html 
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