Diabetes-mellitus-Typ 2

Diabetes mellitus wird durch die starken Zuwachsraten oft als Epidemie bezeichnet. Der Anteil der an Diabetes leidenden Menschen wird weltweit auf ca. 7 % geschätzt, dies entspricht rund 250 Millionen Menschen. In Deutschland leiden ca. 6 Millionen Menschen an Diabetes, wobei durch die hohe Dunkelziffer nichtdiagnostizierter Diabetikerinnen und Diabetiker die Zahl oft noch pessimistischer geschätzt wird. Lediglich 9,5 % der Diabetikerinnen und Diabetiker leiden an Typ-1-Diabetes, dieser ist meist angeboren. Typ-2-Diabetes dagegen korreliert meist mit Übergewicht, Bewegungsmangel und unausgewogener Ernährung. Während in der Vergangenheit über 40-Jährige, aber vor allem über 60-Jährige erkrankten, sind mittlerweile auch vermehrt Kinder von Typ II Diabetes betroffen. Folgeerkrankungen bei Diabetes sind meist gefäßbedingt, z. B. Hypertonie (75,2 %), Herzinfarkt (9,1 %), Retinopathie (11,9 %), Nierenschäden oder Neuropathie (10,6 %).1 Diabetikerinnen und Diabetiker haben ein bis zu viermal höheres Risiko einer koronaren Herzkrankheit.2 Mehr als 75 % der Diabetikerinnen und Diabetiker versterben an akuten Gefäßverschlüssen, vor allem an Herzinfarkt.3 Häufig tritt Diabetes zusammen mit anderen Risikofaktoren und Stoffwechselerkrankungen auf. Dieses sogenannte metabolische Syndrom umfasst Insulinresistenz mit Blutzuckerstoffwechselstörung, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen. Durch diese Faktoren und auch weitere Risikofaktoren für Gefäßschäden, z. B. das Rauchen, wird das Risiko für Folgekrankheiten potenziert.

In Hessen ist mehr als eine halbe Million Menschen mit diagnostiziertem Diabetes registriert. Abb. 69 zeigt die registrierten Fallzahlen der gesetzlich versicherten hessischen Frauen und Männer in den einzelnen Lebensjahren. Beide sind relativ ähnlich, wobei Frauen meist früher unter der Erkrankung leiden.

Diabetes in Hessen 2011
Diabetes in Hessen 2011  Foto: Um eine Unterscheidung nach Typ1- und Typ-2-Diabetes treffen zu können, wurde unter Typ 1 nur HMG020 erfasst. Unter Typ 2 sind alle weiteren diabetesbezogenen HMGs zusammengefasst, die somit auch Typ-1-Diabetiker mit Komplikationen enthalten (vgl. HMG-Diagnosen der jeweiligen Diagnosegruppe Seite 150). Quelle: Daten gesetzlicher Krankenkassen auf der Basis von „hierarchisierten Morbiditätsgruppen“ (HMG) 2011, Statistisches Landesamt, eigene Berechnung 2013.
Fußnote
  1. diabetesDE (Hrsg.): Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2007, Deutsche Diabetes Union
  2. Diese Studie wurde 2001 von der PMV-Forschungsgruppe der Universität Köln durchgeführt. Die Zufallsstichprobe umfasste rund 350.000 Versicherte der AOK Hessen/KV Hessen. Dies entsprach einem Anteil von rund 18,75 % der Versicherten der Krankenkassen. Die Studie wurde von 1998 bis 2002 durchgeführt (www.Diabetes-world.net). Focus online, Effektiv: Bewegung gegen Diabetes, 19. Mai 2009 (www.focus.de/wissen/wissenschaft/wissenschaft-effektiv-bewegung-gegen-diabetes_aid_400509.html
  3. diabetesDE (Hrsg.): Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2010, Seite 48.
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