Disease-Management-Programme

Bei der Sekundärprävention werden vermehrt Disease-­Management-Programme eingesetzt. Diese haben zum Ziel, gesundheitsförderndes Verhalten der Patientinnen und Patienten durch spezifisches Krankheitswissen zu unterstützen und gleichzeitig das Einhalten von evidenzbasierten Vorsorge- und Therapiemaßnahmen durch strukturierte Behandlungsprogramme und Qualitätssicherung umzusetzen. Dazu werden Patienten-Coaches eingesetzt, die Patientinnen und Patienten individuell (telefonisch) betreuen. Solche Programme werden u. a. von Krankenkassen (im Rahmen des SGB V § 137) organisiert und beziehen Ärztinnen und Ärzte und weitere Mitbehandelnde ein. Im Rahmen des Hessischen Diabetesbeirats werden Präventionsprogramme und integrierte Versorgungsansätze mit dem Ziel einer verbesserten Versorgung der Betroffenen in Hessen bearbeitet.

Integrierte Versorgung „Diabetisches Fußsyndrom“

Zwischen der AOK Hessen und zwei Fußambulanzen im Rhein-Main-Gebiet besteht seit März 2007 ein Vertrag nach § 140 a-d SGB V (Integrierte Versorgung) zur Effizienzsteigerung und Nachhaltigkeit von Qualität und Wirtschaftlichkeit bei der Versorgung des diabetischen Fußes.

Die Auswirkungen des Projektes wurden in einer Evaluation dargestellt. In einer Studie wurde überprüft, ob die Behandlung im Rahmen der Integrierten Versorgung (IV) Auswirkungen auf Behandlungsqualität bzw. -kosten hat.

Als Vergleichsgruppe dienten alle Patientinnen und Patienten mit D iabetischem Fußsyndrom, die in nicht am IV-Vertrag teilnehmenden zertifizierten Fußambulanzen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) behandelt wurden.

Die Ergebnisse waren deutlich: Der zeitliche Abstand zwischen erster Feststellung einer Fußwunde und der Vorstellung in der Fußambulanz konnte deutlich reduziert werden, von 11,5 Wochen auf zuletzt vier bis fünf Wochen. Das entspricht einer Reduktion um fast zwei Drittel. Auch das relative Risiko einer Major­amputation (über dem Sprunggelenk) konnte um ein Drittel reduziert werden. Oberschenkelamputationen waren in der IV-Gruppe gar nicht notwendig. Voraussetzung für den Erfolg eines solchen selektivvertraglichen Angebots ist neben der Adhärenz seitens der Patientinnen und Patienten die sektorenübergreifende Zusammenarbeit der Fußambulanz insbesondere mit den zuweisenden Hausärztinnen und Hausärzten, um eine notwendige Therapie rechtzeitig zu beginnen. Auch dieses Projekt war nur möglich aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen beteiligten Hausärztinnen und Hausärzten sowie Fachärztinnen und Fachärzten.

Quelle: AOK Hessen und Hessischer Diabetesbeirat.

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