Entzündliche rheumatische Erkrankungen

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen betreffen in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen.1 Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Form von Rheuma. Das Immunsystem, die körpereigene Abwehr, greift fälschlicherweise die eigenen Gelenke an und zerstört sie. Das körpereigene Abwehrsystem richtet sich quasi gegen den eigenen Körper, deshalb werden sie auch Autoimmunerkrankungen genannt. Nach den Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie leiden etwa 1,5 Mio. Menschen2 in Deutschland an dieser Krankheitsform. Andere Schätzungen gehen sogar von bis zu 800.000 Personen aus.

Frauen sind erheblich häufiger von rheumatoider Arthritis betroffen als Männer. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten und ist somit keine typische Alterskrankheit. Am häufigsten beginnt Rheuma bei Frauen jedoch zwischen dem 55. und 64. Lebensjahr, bei Männern zwischen 65 und 75 Jahren.

Entzündlich-rheumatische Krankheiten können durch Störungen im Immunsystem, durch Infektionen oder durch Kristallablagerungen in Geweben hervorgerufen werden. Oft sind die Ursachen und Auslöser unbekannt. Erbfaktoren spielen eine wichtige Rolle.

Bis vor gut zehn Jahren war das therapeutische Arsenal noch so begrenzt, dass ehrgeizige Therapieziele wie Remission oder die Senkung von Mortalität kaum zu realisieren waren. Mit dem Einzug zielgerichteter Medikamente hat sich die Behandlung rheumatischer Erkrankungen, insbesondere der rheumatoiden Arthritis, wesentlich verbessert. Dies zeigt ein Blick auf die Daten der Kerndokumentation des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums.3 Demnach stehen Menschen mit rheumatoider Arthritis heute länger im Arbeitsleben – zwischen 1997 und 2013 stieg die Zahl der erwerbstätigen Männer von 47 % auf 64 % und die der Frauen von 37 auf 55 %. Auch müssen Menschen mit Rheumatoider Arthritis heute seltener im Krankenhaus behandelt werden. Nach den Daten der Kerndokumentation ist die Häufigkeit der Krankenhausauf­enthalte bei ambulant betreuten Patienten von 18 % im Jahr 1997 auf 9 % im Jahr 2013 gesunken, die Aufenthaltsdauer hat sich von 26 Tagen 1997 auf 15 Tage 2013 verringert.

Fußnote
  1. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Kommission Versorgung (2008): Memorandum Rheumatologische Versorgung von akut und chronisch Rheumakranken in Deutschland.
  2. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, „Rheuma in Zahlen“ https://dgrh.de/Start/DGRh/Presse/Daten-und-Fakten/Rheuma-in-Zahlen.html  
  3. Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Daten der Kerndokumentation 2013.
© Copyright 2018-2020 - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration