Ökonomische Betrachtungen

Erkrankungen des Bewegungsapparates belegen in der Statistik der Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland Platz 1. Sie verursachen Behandlungskosten von 28 Milliarden Euro pro Jahr.1 Zudem sind sie immer noch ein häufiger Grund für Schwerbehinderung und gesundheitlich bedingte Frühberentungen.

Zwar leiden unter rheumatoider Arthritis im Vergleich zu den degenerativen rheumatischen Erkrankungen verhältnismäßig wenige Menschen, dennoch sind die Kosten für diese Krankheit sehr hoch. Besonders die medikamentösen Therapien und mit der Krankheit verbundene Arbeitsausfälle lassen diese Art der rheumatischen Erkrankung sehr kostenintensiv werden. Im Bezugsjahr 2008 entstanden dem deutschen Gesundheitssystem durch rheumato­ide Arthritis Kosten in Höhe von rund 16.000 Euro pro Patientin oder Patient im Alter von 18 bis 65 Jahren. Die Kosten bestehen aus direkten Kosten (6.000 Euro pro Patientin oder Patient und pro Jahr durch Krankenhausaufenthalte, Medikamente oder begleitende Therapien) und indirekten Kosten (rund 10.000 Euro pro Patientin oder ­Patient und Jahr durch Arbeitsausfälle).2 Bei rheumatischen Erkrankungen spielen neben den direkten Kosten die indirekten Kosten durch Arbeitsunfähigkeit eine große Rolle. Fehltage konnten durch bestimmte Kombinationstherapien im Vergleich zu einer Monotherapie ebenso gesenkt werden3 wie die Wahrscheinlichkeit, den Arbeitsplatz zu verlieren.4 Auch deshalb ist eine gute ­medizinische Betreuung zentral.

Komorbiditäten und deren zusätzliche Kosten

Daten aus den USA weisen auf den Zusammenhang der Kosten für rheumatoide Arthritis (RA) und Kosten für häufig gleichzeitig auftretende Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen hin. Die Studie weist darauf hin, dass das Gesundheitssystem durch zusätzliche Erkrankungen, wie Depressionen oder Herz-Kreislauf-­Erkrankungen neben einer Arthritis (RA), wesentlich höhere Kosten zu tragen hat.

Fußnote
  1. Deutsche Rheuma-Liga: 10 Fakten zu Rheuma, https://www.rheuma-­liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Presseinformationen/Pressemitteilungen/Zahlen_und_Fakten.pdf 
  2. Vgl.: Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin Abt. Epidemiologie und Versorgungsforschung (www.drfz.de 11. April 2011).
  3. Premier-Studie 2007; vgl.: www.aerztezeitung.de (11. April 2011).
  4. PROWD-Studie; vgl.: www.aerztezeitung.de (11. April 2011).  
© Copyright 2018-2020 - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration