Epidemiologie

In Hessen lebten Ende des Jahres 2014 zwischen 6.200 und 6.900 Menschen mit HIV/Aids (diese und alle folgenden Zahlen beruhen auf Schätzungen des RKI von Ende 2014 (siehe auch Abb. 85). Im Vergleich mit den Vorjahren liegt Hessen mit 288 HIV-Neuinfektionen (die Meldungen erfolgen nicht namentlich direkt an das RKI) auf einem auch im europäischen Vergleich stabil niedrigem Niveau. Die Zahl der neuen Aids-Erkrankungen (Aids-Inzidenz) ist aufgrund der Therapiemöglichkeiten in Deutschland seit Mitte der 1990er Jahre rückläufig. Sie stabilisiert sich nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts Berlin (RKI) auf niedrigem Niveau und liegt in Hessen derzeit bei rund 100 Fällen pro Jahr. Deutschlandweit wurden für 2013 800 Aids-Neuerkrankungen erwartet.1

Häufigkeit von AIDS HIV in Hessen
Häufigkeit von AIDS HIV in Hessen  Foto: HIV/Aids umfasst Patienten mit und ohne Dauermedikation (vgl. HMG-Diagnosen der jeweiligen Diagnosegruppe Krankheiten). Quelle: Daten gesetzlicher Krankenkassen auf der Basis von „hierarchisierten Morbiditätsgruppen“ (HMG) 2011, Statistisches Landesamt, eigene Berechnung 2013.

Die weit überwiegende Zahl der Neuinfektionen betrifft die Gruppe der MSM (Männer, die Sex mit Männern haben, ca. 240 Neuinfektionen) (Abb. 86). In ca. 45 Fällen wird ein heterosexueller Übertragungsweg angegeben. Mit nur ca. 25 Neuinfektionen durch intravenösen Drogenkonsum im Jahr 2014 bestätigt sich ein langfristiger Trend, wonach der Anteil der Infektionen in dieser Gruppe aufgrund der erfolgreichen Präventionsansätze in der Drogenhilfe dauerhaft niedrig gehalten werden kann (u. a. durch Einrichtung von Konsumräumen und niedrigschwelligen Beratungsangeboten). Im Vergleich dazu war in den vergangenen Jahren in Ländern mit einer stark repressiven Drogenpolitik (Russland, Ukraine) eine dramatische Zunahme von Neuinfektionen durch intravenösen Drogenkonsum zu verzeichnen.

Eine Mutter-Kind-Transmission des HI-Virus stellt in Deutschland heute eine seltene Ausnahme dar. Wird eine Infektion in der Schwangerschaft rechtzeitig festgestellt, kann durch den Einsatz der antiretrovirale Therapie (ART) bei Mutter und Kind inzwischen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Übertragung des HI-Virus verhindert werden (Abb. 86).

Gemeldete HIV Neudiganosen in Hessen nach Risikogruppen 2001 bis 2014
Gemeldete HIV Neudiganosen in Hessen nach Risikogruppen 2001 bis 2014  Foto: Fälle entsprechend der Referenzdefinition des RKI; MSM = Männer, die Sex mit Männern haben, HET = heterosexuelle Kontakte, IVD = Infolge von Drogenmissbrauch, PPI = Mutter-Kind-Infektionen, KA = unbekannt (Keine Angaben). Quelle: Robert Koch-Institut: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de, Abfragedatum: 3.11.2015.
Regionale Zuständigkeiten für Aids Hilfe Einrichtungen in Hessen
Regionale Zuständigkeiten für Aids Hilfe Einrichtungen in Hessen  Foto: Landkreise mit anerkannten Betreuungsplätzen für Menschen mit HIV/Aids sind fett gedruckt. Quelle: Aidshilfe Hessen 2012. Darstellung: REBMANN RESEARCH..
Fußnote
  1. Robert-Koch Institut. Epidemiologisches Bulletin Nr. 26, 30.Juni 2014. S. 2018. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2014/Ausgaben/26_14.pdf?__blob=publicationFile 
© Copyright 2018-2020 - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration