Häufigkeit und Krankheitsbelastung

Psychische und Verhaltensstörungen sind mit die größten Verursacher von Krankheitstagen und Arbeitsunfähigkeit. Depressionen tragen mit rund 10 % zur Krankenstands­rate aller Erwerbstätigen in Hessen bei. 16,5 % aller Arbeits­unfähigkeitstage werden in Hessen allein durch psychische und Verhaltensstörungen verursacht. In Deutschland gingen 2013 von insgesamt durchschnittlich 14,7 Fehltagen je Erwerbsperson allein 2,5 auf psychische Krankheiten, 1 Tag auf Depression zurück. Seit 2000 nahmen diese im Gegensatz zu allen anderen Arbeitsunfähigkeitsursachen am deutlichsten zu. Psychische Erkrankungen dauern zudem lange: Im Durchschnitt fehlen Arbeitnehmer 40,5 Arbeitstage aufgrund von psychischen Erkrankungen.1

Bestimmte psychische Erkrankungen sind stark altersabhängig. Bei Kindern treten vermehrt Verhaltensstörungen auf, zu denen insbesondere die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und damit verbundene Störungen des sozialen Verhaltens gehören. Dabei wird die Diagnose ADHS bei Jungen öfter als bei Mädchen gestellt (siehe dazu auch Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen/Hyperkinetische Störungen – Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Alle anderen psychischen Störungen spielen im Kindesalter noch keine wesentliche Rolle.

Depressionen dagegen nehmen bei der hessischen ­Bevölkerung bei beiden Geschlechtern mit steigendem Alter zu. Der sichtbare Anstieg im sechsten Lebensjahrzehnt ist auch aus der Literatur bekannt.2 Der Anteil der diagnostizierten Frauen ist deutlich höher als der der ­Männer (Abb. 80).

Depressionen im Altersverlauf bei Frauen und Männern in Hessen 2011
Depressionen im Altersverlauf bei Frauen und Männern in Hessen 2011  Foto: Depression entspricht hier HMG058 (Depression, posttraumatische Belastungsstörungen, Verhaltensstörungen). Quelle: Daten gesetzlicher Krankenkassen auf der Basis von „hierarchisierten Morbiditätsgruppen“ (HMG) 2011, Statistisches Landesamt, eigene Berechnung 2013. Grafische Darstellung: REBMANN RESEARCH.

Demenzerkrankungen spielen im hohen Alter eine zunehmende Rolle. Die Anteile demenziell Erkrankter betragen nach Schätzungen rund 13 % bei den 80- bis 85-Jährigen, 24 % bei den 85- bis 90-Jährigen und 34 % bis 35 % bei den über 90-Jährigen (Abb. 81).3

Demenzerkrankungen im Altersverlauf bei Frauen und Männern ab 40 in Hessen 2009
Demenzerkrankungen im Altersverlauf bei Frauen und Männern ab 40 in Hessen 2009  Foto: Unter Demenz wurden hier Morbus Alzheimer und sonstige Demenzerkrankungen zusammengefasst (vgl. HMG-Diagnosen der jeweiligen Diagnosegruppe unter Krankheiten und Krankheiten/Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen).

Quelle: Daten gesetzlicher Krankenkassen auf der Basis von „hierarchisierten Morbiditätsgruppen“ (HMG) 2011, Statistisches Landesamt, eigene Berechnung 2013.

Im Folgenden Navigationspunkt werden die oben genannten Erkrankungen (ADHS, Depression, Demenz) kurz dargestellt.

Fußnote
  1. Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse 2015 (http://www.tk.de/tk/themen/depressionsatlas-2015/695756 ). BARMER GEK Gesundheitsreport 2010, Hessen.
  2. Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Heft 51, Depressive Erkrankungen, 2010, www.gbe-bund.de .
  3. Ingo Fusgen (Hrsg.): Demenz – Ein unausweichliches Altersschicksal? Zukunftsforum Demenz in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), Bonn 2010 (www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Publikationen/Dokumentation_Demenz_Unausweichliches_Altersschicksal_18.5.2010.pdf ), S. 14, Abruf 4. Februar 2011
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