Bewegungsmangel als Ursache für Krankheit

„In unserer heutigen Gesellschaft ist die Notwendigkeit, schwere körperliche Arbeiten zu leisten, in der Regel gering. Umso mehr gewinnt eine ausreichende körperliche Aktivität für den Erhalt unserer Gesundheit an Bedeutung.“1 Anhand zahlreicher Studien konnte der Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und vielen chronischen Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Darmkrebs, nachgewiesen werden. Die folgenden Krankheiten sind erwiesenermaßen mit ­körperlicher Inaktivität korreliert:

  • koronare Herzkrankheiten und Herzinfarkt
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Fettstoffwechselstörungen und Adipositas
  • Kolonkrebs

Des Weiteren wird ein Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und Krankheiten wie Lungenkrebs, Brustkrebs und Schlaganfällen vermutet.2 Die protektive ­Wirkung von Bewegung konnte etwa durch die verbesserte Funktion von Telomeren, die das Erbgut schützen, nachgewiesen werden. Das Risiko für das Auftreten und den Verlauf all dieser Erkrankungen kann durch den ­Lebensstil somit negativ, aber auch positiv beeinflusst werden. Das moderne Zeitalter fördert allgemein einen inaktiven Lebensstil. Durch Autos, Aufzüge und eine veränderte Freizeitgestaltung bewegen sich die Menschen in ihrem Alltag immer weniger. Untersuchungen ergeben, dass ca. 40 % bis 60 % der Europäer einen inaktiven Lebensstil pflegen.3 Diese Daten zeigen, dass der Mangel an Bewegung einen zunehmenden Risikofaktor darstellt.

Die meisten Wissenschaftler sind sich einig, dass positive Effekte von Bewegung schon bei geringer, aber regelmäßiger körperlicher Aktivität eintreten. In vielen Studien werden mäßige Aktivitäten zwischen zwanzig und dreißig Minuten an drei Tagen empfohlen, noch besser sei es, sich an allen Tagen der Woche über diese Zeit zu bewegen. Dabei genüge bereits zügiges Gehen. Für das Herz-Kreislauf-System haben diese Aktivitäten viele positive Auswirkungen. Siehe hierzu auch das Projekt „Rezept für Bewegung“ unter Mitten im Leben/Hessischer Gesundheitspreis - Preisträger Kategorie "Gesund Bleiben".

Fußnote
  1. Robert Koch-Institut, Bundesgesundheitssurvey: Körperliche Aktivität, 2003, http://www.diebewegung.de/aktuelles-zur-bewegung/die-treppe-nehmen/ 
  2. Robert Koch-Institut: Bundesgesundheitssurvey: Körperliche Aktivität, 2003.
  3. „EU-Leitlinien für körperliche Aktivitäten“, EU-Arbeitsgruppe Sport & Gesundheit, Brüssel, 2008, Seite 4.
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