Weitere meldepflichtige Infektionskrankheiten

Weitere meldepflichtige Infektionskrankheiten

Mit dem im Jahr 2001 in Kraft getretenen Infektionsschutzgesetz (IfSG) wurde das System der meldepflichtigen Erkrankungen in Deutschland auf eine neue Basis gestellt. Ziel des IfSG ist es, übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern. Die im IfSG geregelte Meldepflicht ist das wichtigste Instrument der Surveillance (= Überwachung/Beobachtung) von Infektionskrankheiten. Sie ermöglicht den Gesundheitsämtern, auch kurzfristig Maßnahmen zur Verhinderung der Weiterverbreitung von Infektionen zu ergreifen. Gleichzeitig dienen die anonymisierten Daten der Beschreibung der Epidemiologie dieser Erkrankungen in Deutschland.

Es sind sowohl bestimmte Krankheitsbilder bei Verdacht, Erkrankung oder Tod (nach § 6 IfSG, im Wesentlichen durch Ärztinnen und Ärzte), als auch die labordiagnostischen Nachweise von Erregern (nach § 7 IfSG, durch Labore) zu melden. Auch Ausbrüche können meldepflichtig sein, z. B. akute Magen-Darm-Erkrankungen, wenn mindestens zwei Personen betroffen sind, bei denen ein epidemischer Zusammenhang vermutet wird, oder das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Das Gesetz regelt, welche Angaben von den Meldepflichtigen mit der Meldung gemacht werden müssen. Es legt auch fest, welche Angaben vom Gesundheitsamt weiterübermittelt werden dürfen. Insbesondere bei Verdachtsmeldungen oder bei der Meldung von Erregernachweisen liegen dem Gesundheitsamt nicht immer alle übermittlungspflichtigen Angaben bereits durch die Meldung vor, daher muss es selbst Ermittlungen durchführen. Die Gesundheitsämter haben auch die Aufgabe, die eingehenden Meldungen von Ärztinnen und Ärzten und Laboren zusammenzuführen und wenn sie die Kriterien für eine der Falldefinitionen des Robert Koch-Instituts (RKI) erfüllen, an die zuständige Landesstelle weiterzuübermitteln.

© Copyright 2018-2020 - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration