Campylobacter-Enteritis

Bakterien der Gattung Campylobacter verursachen eine Darminfektion, die typischerweise mit Bauchschmerzen und wässrigem, gelegentlich blutigem Durchfall einhergeht. Die wichtigsten humanpathogenen Spezies sind C. jejuni und C. coli. Die Campylobacteriose ist seit 2008 nach den Norovirus-Infektionen die zweithäufigste Durchfallerkrankung und damit häufiger als die Salmonellose (Abb. 88). Von 2005 bis 2014 wurden 39.216 Campylobacteriosen entsprechend der Referenzdefinition des RKI erfasst. Die Altersverteilung ist wie folgt:

  • 4,4 % der Meldungen betrafen Kinder von 0 bis 4 Jahren,
  • 7,1 % Kinder von 5 bis 14 Jahren,
  • 74,9 % Personen von 15 bis 64 Jahren und
  • 13,6 % Personen von = 65 Jahren.

In Hessen haben Kinder, die im ländlichen Raum leben, ein höheres Risiko, an einer Campylobacteriose zu erkranken, als Kinder, die in Städten leben.1 Campylo­bacteriose-Ausbrüche sind vergleichsweise selten. Die im Meldesystem erfassten Ausbrüche können überwiegend bekannten Risikofaktoren zugeordnet werden. Hierzu gehören der Verzehr von Rohmilch und Geflügelfleisch und die Teilnahme an Auslandsreisen.2

Fußnote
  1. Fitzenberger, J., Uphoff, H., Gawrich, et al.: Urban-rural differences of age-and species-specific campylobacteriosis incidence, Hesse, Germany, July 2005 -June 2006. Euro Surveill. 2010; 15(42). pii: 19693.
  2. Hauri, A.M., Just, M., McFarland, et al.: Campylobacteriose-Ausbrüche in Hessen, 2005–2011 – und immer wieder Rohmilch. Deutsche Medizinische Wochenschrift. 2013; 138(8): 357-61.
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