Inanspruchnahme von Sportangeboten

Aktivitäten in Sportvereinen

Im Landessportbund Hessen waren zum Stichtag 1. Januar 2015 2.058.323 Mitglieder in 7.746 Vereinen organisiert.1Zu den häufigsten in Vereinen ausgeübten Sportarten zählen (Abb. 46):

  • Turnen (592.842 Mitglieder, Frauenanteil rund 70 %)
  • Fußball (493.624 Mitglieder, Frauenanteil rund 10 %)
  • Tennis (122.877 Mitglieder)
  • Schießen (100.164 Mitglieder)
  • Leichtathletik (96.772 Mitglieder)
  • Handball (86.805 Mitglieder)2
Vereinsmitglieder je Sparte die häufigsten in Vereinen ausgeübten Sportarten
Vereinsmitglieder je Sparte die häufigsten in Vereinen ausgeübten Sportarten  Foto: Landessportbund Hessen

Im Zeitraum von 2003 bis 1.1.2015 reduzierte sich die Zahl der Mitgliedschaften von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen um 11.214. Bei Kindern zwischen 7 und 14 Jahren erreicht der Sport seinen höchsten Organisationsgrad: 78 % der Kinder sind auch Mitglied im Sportverein. Bei den älteren Jugendlichen (15 bis 18 Jahre) sinkt der Anteil der Vereinsmitglieder wieder (69 % Jungen respektive 51 % Mädchen). Die Zahl der Mitgliedschaften in der Altersklasse 19 bis 26 Jahre und der 27- bis 40-Jährigen setzt ihren rückläufigen Trend fort. Im Kontrast hierzu steht die Entwicklung bei den höheren Altersklassen: Die Zahl der Sportvereinsmitglieder bei den über 41-Jährigen stieg seit 2003 um rund 120.000. Letzteres erklärt sich teilweise durch die Demografie: So ist der Anteil der über 61-Jährigen an der Gesamtbevölkerung seit 2003 im Verhältnis zu den anderen Altersgruppen überproportional gestiegen, der Anteil der 27- bis 40-Jährigen überproportional gesunken (jeweils ca. 3 %).3

In Abb. 47 wird die Entwicklung der Anzahl der Mitglieder in hessischen Sportvereinen seit dem Jahr 2003 dargestellt. Die absoluten Zahlen scheinen tendenziell rückläufig, sind längerfristig betrachtet jedoch stabil.

Entwicklung Anzahl Vereinsmitglieder 2003 bis 2015
Entwicklung Anzahl Vereinsmitglieder 2003 bis 2015  Foto: Landessportbund Hessen.

Aktivitäten in Fitnesszentren

Zusätzlich zu den Vereinen sind Fitnesszentren zu nennen. Der Fitnessboom ist ungebrochen. Legt man den jüngsten Mikrozensus des Statistischen Bundesamts zugrunde, war jeder achte Deutsche (ab 18 Jahre) Mitglied in einem Fitnessstudio. Insgesamt umfasste der Gesamtmarkt 2013 insgesamt 8,55 Millionen Mitglieder und damit 8,1 % mehr als im Jahr 2012, als es 7,9 Millionen Bundesbürger waren. Im Jahr 2003 waren es gerade einmal 4,38 Millionen Deutsche, die sich bei einem Fitnessstudio angemeldet hatten. Die Studiodichte in Hessen betrug im Jahr 2013 12,5 pro 1.000 Einwohner und war damit höher als in jedem anderen Bundesland.4

Betriebliche Gesundheitsförderung

18 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten im Büro und am Bildschirm. Und ihre Zahl steigt. Einige dieser Beschäftigten sitzen oft stundenlang vor dem Schreibtisch. Die Folge dieser Zwangshaltung: Bewegungsmangel und Unterforderung der Muskulatur. Langfristig kann das zu chronischen Schäden führen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-II-Diabetes und Muskel-Skelett-Beschwerden. Umso wichtiger ist es, dass ein weiteres relevantes Sport- und Bewegungsangebot im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung angeboten wird. Für entsprechende Programme gibt es viele gute Beispiele:

Die Broschüre „Bewegt im Betrieb“ des Deutschen Olympischen Sportbundes gibt allen Berufstätigen Anregungen, wie sie ihren Büroalltag aktiver gestalten können. Der vierwöchige Bewegungsplan ist ein niedrigschwelliges Angebot für „Nichtbeweger“ oder auch Wiedereinsteiger. Er besteht aus den drei Teilkomponenten: bewegte Pause, Gymnastikübungen am Arbeitsplatz und mehr Bewegung im Betriebsalltag. Diese lassen sich leicht in verschiedene Arbeitsabläufe integrieren und sind günstig und wenig kostenintensiv umsetzbar. Informationen erhalten Sie unter www.landessportbund-hessen.de 

Besonders für Mitarbeiter/innen an Büroarbeitsplätzen bietet sich die Teilnahme an Aktionen wie „Gesund zur Arbeit“ von planet ebikes in Kooperation mit dem Gesundheitsverbund der DAK-Gesundheit und der HanseMerkur Versicherungsgruppe an. Bei dieser Aktion sammeln die Teilnehmer „bewegte Minuten“, also die aktiv zurückgelegte Strecke zum Arbeitsplatz. Denn Büromitarbeiter gehen meist nur 1.500 bis 3.500 Schritte pro Tag, aber 10.000 werden empfohlen. Allein 2.000 Schritte mehr am Tag verringern das Risiko einer Herzerkrankung um 8 % bis 10 %. Nähere Informationen erhalten Sie unter www.dak.de 

Die Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“, welche die Unfallkassen und Berufsgenossenschaften gemeinsam mit externen Partnern durchführen, dient der Verringerung von Rückenbelastungen im Büroalltag. Nähere Informationen finden Sie unter www.deinruecken.de 

 

Fußnote
  1. Landessportbund Hessen, Bestandserhebung zum 1.1.2015, Pressemitteilung vom 9.7.2015, www.landessportbund-hessen.de 
  2. Landessportbund Hessen, Bestandserhebung zum 1.1.2015, Pressemitteilung vom 9.7.2015, www.landessportbund-hessen.de 
  3. Landesamt für Statistik Hessen.
  4. Alle Daten aus Branchenreport 2014 des Deutschen Industrieverbandes für Fitness und Gesundheit
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