Politische Ansätze zur Förderung von Bewegung

Ein inaktiver Lebensstil und seine Folgen, wie Frühverrentung und vermehrte Arbeitsunfähigkeit, verursachen beträchtliche Mehrkosten für die Sozialsysteme und die Volkswirtschaft. Die hier vorgestellten Daten zeigen, dass auch zu wenige Hessinnen und Hessen die Empfehlungen zur körperlichen und sportlichen Aktivität einhalten.

Maßnahmen zur Verbesserung des Bewegungsverhaltens können sowohl auf individueller als auch auf politischer Ebene anvisiert werden, verantwortlich für ein körperlich aktives Leben ist jedoch immer das Individuum. Die Politik kann lediglich bewegungsfördernde Rahmenbedingungen und Angebote schaffen.

Diese orientieren sich wiederum an Aktionsplänen, die in Strategien münden. So auch die Strategie der Europäischen Region der WHO zur Bewegungsförderung (2016 bis 2025). Die Strategie wurde vor dem Hintergrund der im Globalen Aktionsplan der WHO für die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten (2013 bis 2020) festgelegten freiwilligen Zielvorgaben ausgearbeitet. Eine der neun globalen Zielvorgaben sieht eine relative Senkung der Prävalenz des Bewegungsmangels um 10 % bis 2025 vor. Die Strategie verfolgt den Auftrag, die Regierungen und die maßgeblichen Akteure dazu anzuregen, bei allen Bürgern der Europäischen Region auf ein höheres Maß an körperlicher Betätigung hinzuwirken. Dies soll durch folgende Ansätze erreicht werden1:

  • Bewegung fördern und sitzende Tätigkeit reduzieren,
  • bewegungsfördernde Rahmenbedingungen schaffen, durch eine attraktive und sicher gebaute Umgebung, öffentlich zugängliche Bereiche und eine entsprechende Infrastruktur,
  • ungeachtet des Geschlechts, des Alters, des Einkommens, der Bildung, der ethnischen Zugehörigkeit oder einer Behinderung gleiche Chancen für Bewegung eröffnen,
  • Bewegung erleichtern und vorhandene Barrieren abbauen.

Wesentliche Leitprinzipien der Strategie sind:

  • Das ständig abnehmende Bewegungsverhalten ins Visier nehmen und Ungleichheiten abbauen.
  • Einen Lebensverlaufsansatz fördern.
  • Menschen und Gemeinschaften durch ihr Umfeld und durch Teilhabe zu einer gesundheitsförderlichen Lebensweise befähigen.
  • Integrierte, ressortübergreifende, nachhaltige und partnerschaftliche Ansätze fördern.
  • Die Anpassungsfähigkeit von Bewegungsförderungsprogrammen an unterschiedliche Rahmenbedingungen sicherstellen.
  • Evidenzbasierte Strategien zur Förderung von Bewegung und zur Überwachung von Umsetzung und Wirkung einsetzen.2
Fußnote
  1. WHO (2015): Strategie der Europäischen Region der WHO zur Bewegungsförderung (2016-2025). Regionalkomitee für Europa - 65. Tagung. World Health Organization, Regionalbüro für Europa (Hrsg.). Online verfügbar unter: http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0006/283830/65wd09g_PhysicalActivityStrategy_150474.pdf?ua=1 
  2. WHO (2015): Strategie der Europäischen Region der WHO zur Bewegungsförderung (2016-2025). Regionalkomitee für Europa – 65. Tagung. World Health Organization, Regionalbüro für Europa (Hrsg.). Online verfügbar unter: http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0006/283830/65wd09g_PhysicalActivityStrategy_150474.pdf?ua=1 
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