Ernährungsempfehlungen

Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche werden unter anderem vom Forschungsinstitut für Kinder­ernährung (FKE) in Dortmund herausgegeben, welches auch empirische Forschung zum Ernährungsverhalten betreibt. Für Erwachsene werden regelmäßig von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. Ernährungsempfehlungen überprüft und publiziert. Ebenso werden von der DGE altersspezifische Referenzwerte für die Energie- und Nährstoffzufuhr veröffentlicht.1

Die folgenden 10 Regeln hat die DGE auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse für das vollwertige Essen formuliert. Diese sollen helfen, genussvoll und gesund erhaltend zu essen.2

10 Regeln zu vollwertigem Essen und Trinken

  1. Die Lebensmittelvielfalt genießen
  2. Reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln
  3. Gemüse und Obst – Nimm „5“ am Tag
  4. Milch und Milchprodukte täglich, Fisch ein- bis zweimal in der Woche, Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen
  5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
  6. Zucker und Salz in Maßen
  7. Reichlich Flüssigkeit
  8. Schonend zubereiten
  9. Sich Zeit nehmen und genießen
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben3

Gemüse und Obst sind in der Ernährung des Menschen von besonderer Bedeutung. Sie spielen eine wichtige ­Rolle als Lieferant von Nährstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen und fördern die Gesunderhaltung. Für eine Reihe von chronischen Krankheiten bietet der erhöhte Verzehr von Gemüse und Obst ein erheb­liches präventives Potenzial. Insbesondere konnte mit überzeugender Evidenz eine risikomindernde Wirkung bei Hypertonie, koronarer Herzkrankheit (KHK) und Schlaganfall gezeigt werden. Eine ernährungs- sowie gesundheitspolitische Förderung des Gemüse- und Obstverzehrs ist wünschenswert.4

Eine verminderte Salzzufuhr bietet gesundheitliche Vorteile. Deshalb sind in vielen Ländern der Europäischen Union (EU) Initiativen zur Salzreduktion in der Nahrung entstanden. Im Jahr 2008 wurde das EU-Rahmenprogramm für nationale Initiativen zur Salzreduktion angenommen. Dieses Rahmenprogramm soll die laufenden nationalen Initia­tiven durch Koordination von Aktionen und Verbreitung nützlicher Informationen unterstützen und so dazu beitragen, das gemeinsame Ziel zu erreichen.5 Die Salzreduktion zählt auch zu den fünf vorrangigen Interventionen, die im Aktionsplan zur Umsetzung der Europäischen Strategie zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten (2012 bis 2016) explizit genannt werden.6

DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung

Die DGE stellt für alle Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung von der Kita bis zur Senioreneinrichtung Qualitätsstandards bereit. Diese liefern die Basis für eine vollwertige Verpflegung in den Lebenswelten. Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung können sich außerdem nach den DGE-Qualitätsstandards zertifizieren lassen. Auf diesem Wege soll eine flächendeckend gute Qualität in der Gemeinschaftsverpflegung erreicht werden. Daher sollten noch mehr Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung die Qualitätsstandards verbindlich umsetzen.7

Zusammenfassend sind Gesundheit und Wohlbefinden am stärksten durch Ernährungsfaktoren bedroht. Fehlernährung einschließlich Mangelernährung, Mikronährstoffmangel, Übergewicht und Adipositas ebenso wie nicht­übertragbare Krankheiten lösen als Ergebnis ungesunder Ernährung für Einzelpersonen, Familien, Gemeinschaften und Regierungen hohe soziale und ökonomische Kosten aus. Deshalb wurde im Jahr 2014 ein Europäischer Aktionsplan Nahrung und Ernährung (2015–2020) verabschiedet:

„Der Aktionsplan soll die Belastung der Europäischen Region durch vorzeitige Todesfälle und ernährungsbedingte nichtübertragbare Krankheiten, Adipositas und alle anderen noch prävalenten Fehlernährungsformen signifikant verringern. Er ist ein Appell zu gesamtgesellschaftlichem Vorgehen gemäß dem Ansatz der Gesundheit in allen ­Politikbereichen. Mit seinen prioritären Maßnahmen trägt er zu einer besseren Steuerung der Lebensmittelsysteme und der Gesamtqualität von Ernährung und Ernährungszustand der europäischen Bevölkerung bei.“8

Der Europäische Aktionsplan Nahrung und Ernährung (2015 bis 2020) zielt darauf ab, durch einen gesamtstaatlichen Ansatz in allen Politikbereichen abgestimmte, umfassende Maßnahmen für die Gesundheit zu ergreifen. Im Vordergrund steht dabei insbesondere, Umfelder für gesundheitsförderliches Essen und Trinken zu schaffen, der Einsatz für den Nutzen einer lebenslangen gesunden Ernährung, vor allem für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, sowie der Ausbau der Gesundheitssysteme zur Förderung gesunder Ernährung.9 Der Entwurf für einen hessischen Präventionsplan greift diese Aspekte auf.

Aufgrund ihrer gesundheitspolitischen Bedeutung wurden die vom Bundesgesundheitsministerium zusammen mit den Ländern initiierten und in einem Kooperations­verbund entwickelten nationalen Gesundheitsziele in das am 24. Juli 2015 im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Präven­tion aufgenommen. Eines dieser Gesundheits­ziele erfasst den Stellenwert einer gesundheitsfördernden Ernährung.10

Fußnote
  1. https://mobil.bfr.bund.de/cm/350/stillempfehlungen-fuer-schwangere-deutsch.pdf 
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2015): Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Online verfügbar unter: https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf 
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (o.J.): Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Online verfügbar unter: https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf 
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2012): Stellungnahme Gemüse und Obst in der Prävention chronischer Krankheiten – Zusammenfassung. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Bonn (Hrsg.). Online verfügbar unter: https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE- Stellungnahme-Gemuese-Obst-2012.pdf
  5. European Food Information Council (EUFIC) (o. J.): Zum Salzkonsum in Europa. Online verfügbar unter: http://ernaehrungsdenkwerkstatt.de/fileadmin/user_upload/EDWText/TextElemente/ Ernaehrungswissenschaft/EUFIC-FoodToday/EUFIC_Food_Today_73_2010%20Salz%20Kennzeichnung% 20Motivation.pdf
  6. WHO (2011): Aktionsplan zur Umsetzung der Europäischen Strategie zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten (2012–2016). Online verfügbar unter: http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0004/147730/RC61_gdoc12.pdf
  7. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2015)). Qualitätsstandards für Lebenswelten https://www.dge.de/gv/dge-qualitaetsstandards/ 
  8. WHO (2014): Europäischer Aktionsplan Nahrung und Ernährung (2015–2020). WHO – Regionalbüro für Europa (Hrsg.). Online verfügbar unter: http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0019/255502/64wd14g_FoodNutAP_1_140426.pdf?ua=1  Zuletzt geprüft am: 13.10.2015.
  9. WHO (2014): Europäischer Aktionsplan Nahrung und Ernährung (2015-2020). WHO -Regionalbüro für Europa (Hrsg.). Online verfügbar unter: http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0019/255502/64wd14g_FoodNutAP_1_140426.pdf?ua=1 . Zuletzt geprüft am: 13.10.2015, S. ii.
  10. Bundesgesetzblatt 2015 Teil I Nr. 31, ausgegeben zu Bonn am 24. Juli 2015. Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention. Online verfügbar unter: http://www.bgbl.de/xaver/bgbl/text.xav?SID=&tf=xaver.component.Text_0&tocf=&qmf=&hlf=xaver.component.Hitlist_0&bk=bgbl&start= %2F%2F*%5B%40node_id%3D‘446769‘%5D&skin=pdf&tlevel=-2&nohist=1. Zuletzt geprüft am: 21.01.2016.
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