Landesweite und regionale Maßahmen

Im neu geschaffenen Referat „Ernährung“ des Hessischen Verbraucherschutzministeriums soll der Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren (Ministerien, Verbände, Organisationen) intensiviert werden. Mit der Bildung eines „Netzwerkes Ernährung“ sollen neue ernährungsrelevante Themenfelder und daraus resultierende Aufgabenstellungen erarbeitet werden.

Eine intensive Kooperation findet zwischen dem Hessischen Verbraucherschutzministerium und dem Hessischen Kultusministerium zusammen mit vielen hessischen Partnern, beispielsweise der Verbraucherzentrale Hessen, der Sektion Hessen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, dem Hessischen Bauernverband, der Landesvereinigung Milch und Milcherzeugnisse Hessen, dem DHB–Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen und dem LandFrauenverband Hessen, statt. Die Durchführung von Projekten zur Ernährungs- und Verbraucherbildung wird finanziell durch das Land Hessen gefördert.

Ernährungsbildung in der Schule

„Schule & Gesundheit“ ist ein eigenes Arbeitsfeld des Hessischen Kultusministeriums. Es bündelt die Maßnahmen aller mit Gesundheit befassten Arbeitsbereiche im schulischen Bereich.

Mit gezielten Maßnahmen soll bereits im Kindes- und Jugendalter Fehlernährung verhindert werden. Das kann nur dadurch erreicht werden, indem für eine optimierte Kindertagesstätten- und Schulverpflegung gesorgt wird, deren Erfolg auf der Vermittlung von Ernährungswissen basiert, aber vor allem durch praktisches Kochen unter Einbeziehung der Eltern oder auch der Großeltern vermittelt werden kann. Angeboten werden von den verschiedenen Partnern themenbezogene Projekttage, Milchtage, Aktionen zum gesunden Frühstücken, Elternabende und vieles mehr.

  • Vernetzungsstelle Schulverpflegung
    • Das Verbraucherschutzministerium ist zusammen mit dem Kultusministerium Träger der Vernetzungsstelle Schulverpflegung, die bei der Servicestelle „Schule & Gesundheit“ des Kultusministeriums angesiedelt ist. Ziel der Vernetzungsstelle ist es, Schulen in Hessen dabei zu unterstützen, ein ausgewogenes, akzeptiertes und wirtschaftlich tragfähiges Schulverpflegungsangebot, eingebunden in ein ganzheitliches Konzept der Ernährungsbildung, zu ermöglichen. www.schuleundgesundheit.de (siehe Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen/Schule und Gesundheit); www.dge-hessen.de ; www.milchhessen.de
  • Bauernhof als Klassenzimmer
    • Kindern und Jugendlichen sind die Ursprünge und Produktionsweisen der Nahrungsmittel oft unbekannt. Die Initiative „Bauernhof als Klassenzimmer“ will Verständnis für die Landwirtschaft und alle dort tätigen Menschen wecken, sinnliche Erfahrungen im Umgang mit Tieren und Pflanzen ermöglichen und eine nachhaltige und produktionsorientierte Erzeugung von Lebensmitteln verdeutlichen. Hoferkundungen und Projekttage werden hessenweit für Schulklassen und sonstige Interessierte angeboten. www.bauernhof-als-klassenzimmer.hessen.de 
  • Werkstatt Ernährung
    • Das Projekt „Werkstatt Ernährung“ ist ein erlebnis- und handlungsorientiertes Bausteinkonzept für Schulen rund um die Themen Essen und Trinken, das sich an die 5. und 6. Klassen richtet. Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, Kindern und Jugendlichen die gesundheitlichen, sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekte von Essen und Trinken in Theorie und Praxis zu vermitteln, um so eine positive Veränderung im Ernährungsverhalten herbeizuführen. Umgesetzt wird das Konzept derzeit von Fachfrauen des LandFrauenverbandes Hessen. Um eine Grundlage für die Vermittlung von Theorie und Praxis zu haben, hat das Hessische Verbraucherschutzministerium im Jahr 2011 unter dem Titel „Werkstatt Ernährung“ in Verbindung mit der Vernetzungsstelle für Schulverpflegung ein praxisorientiertes Handbuch herausgegeben. Ergänzend werden Fortbildungen für Lehrer angeboten. Ernährungsfachkräfte des Landfrauenverbandes bieten im Nachmittagsangebot von Ganztagsschulen die „Werkstatt Ernährung“ als AG an. www.lfv-hessen.de 
  • Ernährungsbildung im Alltag
    • „Durchblick gehört dazu“ – so lautet der Titel eines Bildungsangebotes für junge Erwachsene zur Stärkung der Alltagskompetenzen – unter anderem im Hinblick auf das Ernährungsverhalten. Das Bildungsmodul zur Ernährung beinhaltet Basiswissen über Ernährung, Zucker und Zusatzstoffe in Getränken, versteckte Fette in Fast Food, Trendprodukte sowie Kochkurse. Das Angebot richtet sich direkt an Bildungseinrichtungen, Familienbegegnungsstätten und andere soziale Institutionen. Diese sollen als Partner gewonnen und in ihrer Arbeit mit jungen Menschen unterstützt werden. Dazu bieten die Verbraucherzentrale Hessen und das DHB–Netzwerk Haushalt diesen Trägern die Durchführung der Bildungsveranstaltungen in ihren Einrichtungen für ihre Interessengruppen an. www.dhb-netzwerkhaushalt-hessen.de
      http://www.verbraucher.de/ 
  • Erzeuger-Verbraucher-Dialog
    • Der durch das Ernährungsreferat koordinierte „Erzeuger-Verbraucher-Dialog“ stellt die Positionen von Erzeugern und Verbrauchern gleichermaßen dar und will den Dialog zwischen den Akteuren fördern. Dabei spielt die Aufklärungsarbeit eine zentrale Rolle: Die Lebensmittel werden in ihrer Gesamtheit von der Produktion bis hin zur Vermarktung betrachtet. Der Wunsch der Verbraucher nach Transparenz hinsichtlich Frische, Herkunft und Produktions­weise sowie nach Lebensmittelkontrolle steht hier im Fokus. Der Landwirt wiederum erfährt, welche Wünsche und Erwartungen der Verbraucher an gesunde und qualitativ hochwertige Lebensmittel hat und welche neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse es gibt. In der Verbraucherinformation arbeitet das Hessische Ministerium für Umweltschutz, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zusammen mit der Marketinggesellschaft „Gutes aus Hessen“. www.gutes-aus-hessen.de 

Weitere Projekte zur Ernährung in Hessen

  • Pilot-Projekt für türkischstämmige Familien zur Prävention von Übergewicht – Schirmherr war das Hessische Ministerium für Justiz, Integration und Europa.
  • Die Sektion Hessen – DGE e. V. ist in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH) seit 20 Jahren in der Gruppenprophylaxe in Fortbildungsveranstaltungen für Erzieherinnen und Patenschaftszahnärzte mit dem Schwerpunktthema „zuckerfreier Vormittag“ in Tageseinrichtungen für Kinder tätig. Dadurch werden Kontakte zur Beratung von Kindertagesstätten auch in anderen Ernährungsfragen geknüpft. Weitere Informationen im Internet: http://www.dge-hessen.de 
  • Im Rahmen eines Projektes mit dem LandFrauenverband Hessen schult die Sektion Hessen – DGE e. V. Küchenkräfte und Kindertagesstättenleitungen zur handlungsorientierten Umsetzung einer kindgerechten Ernährung. Weitere Informationen im Internet: http://www.dge-hessen.de 
  • Beratungstelefon „Ernährung“: Die Verbraucher­zentrale Hessen bietet ein hessenweites kosten-pflichtiges Beratungstelefon „Ernährung“ zu allen Fragen aus dem Lebensmittel- und Ernährungsbereich an (jeden Dienstag von 10 bis 14 Uhr).Die Telefonnummer lautet 0900-1-97 20 12, Gebühr: 0,90 Euro/Min.
  • Abnehmprogramm „Gewicht im Griff“: Die Verbraucherzentrale Hessen bietet in Kassel, Fulda und Darmstadt Kurse für Menschen an, die gemeinsam mit anderen abnehmen wollen. Wie viel und wie schnell sie abnehmen, bestimmen die Teilnehmenden selbst. Das Ernährungsprogramm der Verbraucherzentrale orientiert sich an den Empfehlungen der Vollwerternährung. Im Vordergrund steht, mit Genuss zu essen, nicht hungern zu müssen, das Gewicht auf Dauer mit normalen Lebensmitteln halten zu können und das Wohlbefinden zu steigern. Weitere Informationen im Internet: http://www.verbraucher.de/veranstaltungen
  • Für Gesundheitsbewusste im besten Alter bietet die Verbraucherzentrale Hessen Seminare über eine gesundheitsfördernde Ernährung an und gibt Tipps für die Umsetzung im Alltag. Weitere Informationen im Internet: www.fitimalter.de 
  • Angebote der Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse Hessen e. V. (z. B. „Knochen­starke Frühstücksaktion“, Projekttag „Das ist Milch“, Elternabend „Fit und gesund – von Anfang an“). Weitere Informationen im Internet unter: www.milchhessen.de 

Essen mit allen Sinnen
Essen mit allen Sinnen  Foto: Verbraucherzentrale Hessen

Essen mit allen Sinnen

gefördert durch das Hessische Sozialministerium.

Dieses seit 2007 implementierte Projekt der Verbraucherzentrale Hessen richtet sich an Tagesmütter und Tagesväter von Kindern von ca. 1 bis 10 Jahren, bietet aber auch Veranstaltungen für Eltern an. Das Projekt verfolgt das Ziel, Grundwissen zu gesunder, kindgerechter Ernährung und Kenntnisse zur Bewertung von Kinderlebensmitteln zu vermitteln. Es werden gemeinsam kleine Snacks zubereitet und durch Sinnesübungen mit Lebensmitteln („Ess-Erlebnis“) wird die praktische Umsetzung im Alltag weitergegeben.

Im Konzept werden wesentliche Ziele des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP) und der neuen Handreichung zum Hessischen BEP „Kinder in den ersten drei Lebensjahren: Was können sie, was brauchen sie?“ berücksichtigt. Zudem beinhaltet das Konzept die Eckpunkte des Nationalen Aktionsplans „IN FORM“ zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht. Die Inhalte der „Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder“ (DGE) werden integriert. www.verbraucher.de 

Hessischer Gesundheitspreis

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration will durch den Wettbewerb gesundheitsförderliche Lebenswelten stärken, innovative Ideen der Öffentlichkeit vorstellen und den Austausch von Erfahrungen fördern. Der Hessische Gesundheitspreis wurde 2015 bereits zum vierten Mal verliehen. Die Idee zu der Vergabe des Hessischen Gesundheitspreises wurde mit dem hessischen Gesundheits­förderungsplan „GesundLeben – GesundBleiben“ geboren. Dieser wurde im Jahr 2010 im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Hessischen Landes­regierung vom Hessischen Sozialministerium mit der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE) entwickelt. Die Vergabe des Hessischen Gesundheitspreises ist ein wichtiger Baustein dieses Gesundheitsförderungsplans. Der Preis wird in den Lebensphasen „Gesund Aufwachsen“, „Gesund Bleiben“ und „Gesund Altern“ vergeben. Die Vergabeentscheidung der Jury erfolgt auf Grundlage der hessischen Qualitätskriterien, die die HAGE und die BVPG (Bundesvereinigung Prävention und ­Gesundheitsförderung) unter Berücksichtigung nationaler und internationaler wissenschaftlicher Standards erarbeitet haben.

In der Lebensphase „Gesund Aufwachsen“ wurde im Jahr 2014 das Projekt „aid-Ernährungsführerschein in Grundschulen des Landkreises Marburg-Bieden­kopf und der Universitätsstadt Marburg“ mit dem Hessischen Gesundheitspreis ausgezeichnet. Die Schule ist ein Ort, an dem Kinder nicht nur rechnen, schreiben und lesen lernen, sondern an dem sie sich, durch die Aneignung von Lebenskompetenzen, zu selbstbewussten und selbstbestimmten Menschen entwickeln sollen. Eine Lebenskompetenz, die in der heutigen Überflussgesellschaft immer wichtiger wird, ist die Ernährungskompetenz. Eine Hilfestellung für die praktische Umsetzung liefert das Unterrichtskonzept des aid-Ernährungsführerscheins für die dritte Klasse. Im Rahmen von sechs bis sieben Doppel­stunden lernen die Schülerinnen und Schüler, durch die Zubereitung kleiner Gerichte, den praktischen Umgang mit naturbelassenen Lebensmitteln kennen. Die Schülerinnen und Schüler lernen Ernährungsbegriffe kennen und werden durch die Ernährungspyramide zur Reflektion ihres eigenen Ernährungsverhaltens angeregt.

© Copyright 2018-2020 - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration