Subjektiver Gesundheitszustand

Begriffsbestimmung

Der subjektive Gesundheitszustand beschreibt die Selbsteinschätzung der eigenen Gesundheit. Er bildet die persönlichen und sozialen Dimensionen des eigenen Befindens ab. In Längsschnittstudien hat sich die Erfassung der subjektiven Gesundheit als aussagekräftig für die künftige Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und die Sterblichkeit erwiesen. Darüber hinaus entscheidet der selbst wahrgenommene Gesundheitszustand über die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Subjektive und objektive Gesundheit

Wesentlich bei der Diskussion über die subjektive Gesundheit sind zwei Aspekte. Zunächst handelt es sich dabei um die Abgrenzungen und auch Wechselbeziehungen zwischen der subjektiven und der objektiven Gesundheit. Es besteht ein weitgehender Konsens darüber, dass die subjektive Gesundheit von den medizinisch evaluierten und erhobenen Gesundheits- bzw. Krankheitsdimensionen abzugrenzen ist. Manche Wissenschaftler stellen die Frage, „ob möglicherweise die subjektive (Laien-)Einschätzung der Gesundheit eine größere Validität besitzt als der expertenorientierte naturwissenschaftlich/medizinisch objektivierbare Befund?“.2

Das Konzept

Bei der subjektiven Gesundheit handelt es sich um ein umfassendes, multidimensionales Konzept von bisher noch nicht angemessen wahrgenommener und erforschter theoretischer wie praktischer Bedeutung. Die subjektive Gesundheit ist verbunden mit der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und der Sterblichkeit und beeinflusst die Wahrscheinlichkeit, wie häufig Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Diabetes und Lungenerkrankungen in der Bevölkerung auftreten.

Faktoren wie Optimismus, Selbstwirksamkeit und Selbstwirksamkeitserwartungen, Kontrollüberzeugungen, Einbindung in soziale Netzwerke, eine soziale Integration von Gesundheit, positive Grundhaltung und Sinnhaftigkeit und Zugehörigkeit werden mit der subjektiven Gesundheit in Zusammenhang gebracht. Studien konnten einen hohen positiven Zusammenhang zwischen Optimismus und subjektivem Wohlbefinden, vor allem bei der Konfrontation mit belastenden Ereignissen, zeigen. Ebenfalls ist nachgewiesen, dass das Gefühl, einen Sinn im Leben zu finden, und Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen positiv mit subjektivem und körperlichem Wohlbefinden asso­ziiert wird.3

Fußnote
  1. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2012): Subjektive Gesundheit. In: Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2010“. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes, , S. 64. Online verfügbar unter: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/GEDA2010.pdf?__blob=publicationFile  Zuletzt geprüft am: 15.10.2015.
  2. Helmert, U. (2003): Subjektive Einschätzung der Gesundheit und Mortalitätsentwicklung. Gesundheitswesen 65, S. 47-54.
  3. Weber, H., Vollmann, M. (2005): Gesundheitspsychologie. In: Handbuch der Persönlichkeitspsychologie und Differentiellen Psychologie, Göttingen.
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