Subjektiver Gesundheitszustand in verschiedenen Lebensphasen

Die Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2010“ (GEDA 2010) des Robert Koch-Instituts (RKI) erfasste zwischen September 2009 und Juli 2010 den subjektiven Gesundheitszustand von 22.050 in Deutschland lebenden Erwachsenen ab 18 Jahren1(Abb. 55).

Geschlechtsspezifische Selbsteinschätzung der Gesundheit nach Altersgruppen
Geschlechtsspezifische Selbsteinschätzung der Gesundheit nach Altersgruppen  Foto: Robert Koch-Institut, 2012.

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass knapp 75 % der befragten Männer und 69 % der befragten Frauen ihre Gesundheit als „sehr gut“ oder „gut“ einschätzen. Dabei sind in den Altersgruppen von 30 bis 64 Jahren keine statistisch bedeutsamen Unterschiede in der Gesundheitsbewertung beider Geschlechter zu erkennen. Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern lässt sich bis zum Alter von 29 Jahren und ab dem Alter von 65 Jahren erkennen. In diesen Altersgruppen bewerten Männer ihre Gesundheit signifikant besser als Frauen. Weiterhin zeigen die Ergebnisse, dass die positive Einschätzung der Gesundheit mit steigendem Alter abnimmt: Bewerteten unter den bis zu 29-jährigen Befragten noch 92 % der Männer und 87 % der Frauen ihre Gesundheit als „sehr gut“ oder „gut“, waren es bei den ab 65-jährigen nur noch 56 % der Männer und knapp 49 % der Frauen. Unterschiede werden auch im Hinblick auf das Bildungsniveau deutlich. Ihre Gesundheit schätzten Befragte aus den oberen Bildungsgruppen deutlich positiver ein als diejenigen aus den unteren Bildungsgruppen. Der Bildungsgradient ist bei Frauen noch ausgeprägter als bei Männern.2

„Ein regionaler Vergleich zeigt, dass Frauen in Bayern und Männer in Baden-Württemberg ihre Gesundheit besser einschätzen als der Bundesdurchschnitt.“3 Frauen und Männer in Hessen liegen nach dieser Erhebung im vorderen Drittel der Bundesländer.4

Subjektiver Gesundheitszustand im Kindes- und Jugendalter gewinnt an Bedeutung

Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland KiGGS erhebt die subjektive Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren.5 Ergebnisse aus der ersten Folgebefragung (KiGGS Welle 1 2009 bis 2012) zeigen, dass 93,6 % der Eltern den allgemeinen Gesundheitszustand ihres Kindes als „sehr gut“ oder „gut“ einschätzen. 6,4 % der Kinder und Jugendlichen weisen einen mittelmäßigen oder schlechteren Gesundheitszustand auf. Nur 1 % der Eltern gelangen zu einer „schlechten“ oder „sehr schlechten“ Beurteilung des Gesundheitszustands. Dabei zeigen sich in keiner Altersgruppe statistisch signifikante Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Laut den Aussagen der Eltern weisen 5 % der Mädchen und Jungen im Vorschul- und im Grundschulalter einen mittelmäßigen oder schlechteren Gesundheitszustand auf. Dieser Anteil steigt mit Beginn des Jugendalters sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen in der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen auf 9 % an. Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen Sozialstatus weisen mit 10,6 % im Vergleich zu 3,2 % deutlich häufiger einen mittelmäßigen oder schlechten Gesundheitszustand auf als Gleichaltrige hoher Statusgruppen.6

Gesundheitsbezogene Faktoren wie etwa Ernährung, Übergewicht, Risikofaktoren im Suchtmittelgebrauch und Stressoren beeinflussen den subjektiven Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen, wie eine Studie an 1.501 Schülern und Schülerinnen von 4. bis 8. Klassen in Hamburg zeigte.7 In einer Untersuchung der DAK und der Lauphana Universität Lüneburg aus den Jahren 2008 bis 2010 über „Subjektive Gesundheitsbeschwerden von Schülern“ gaben 29,5 % der Schülerinnen und Schüler an, mehrmals pro Woche unter zwei oder mehr (subjektiven) Beschwerden zu leiden. Dazu zählen u. a. Gereiztheit, Einschlafprobleme und Kopfschmerzen.8

Fußnote
  1. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2012): Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2010“. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes, S. 7. Online verfügbar unter: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/GEDA2010.pdf?__blobpublicationFile . Zuletzt geprüft am: 15.10.2015.
  2. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2012): Subjektive Gesundheit. In: Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2010“. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes, S. 64. Online verfügbar unter: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/GEDA2010.pdf?__blob=publicationFile . Zuletzt geprüft am: 15.10.2015.
  3. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2012): Subjektive Gesundheit. In: Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2010“. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes, S. 64. Online verfügbar unter: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/GEDA2010.pdf?__blob=publicationFile . Zuletzt geprüft am: 15.10.2015.
  4. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2012): Subjektive Gesundheit. In: Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2010“. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes, S. 65. Online verfügbar unter: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/GEDA2010.pdf?__blob=publicationFile . Zuletzt geprüft am: 15.10.2015.
  5. Robert Koch-Institut (o. J.): Informationen für Teilnehmende. Online verfügbar unter: http://www.kiggs-studie.de/deutsch/teilnehmende.html . Zuletzt geprüft am: 15.10.2015.
  6. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2014): Subjektive Gesundheit, Faktenblatt zu KiGGS Welle 1: Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Erste Folgebefragung 2009–2012. RKI, Berlin, S. 1. Online verfügbar unter: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsF/KiGGS_W1/kiggs1_fakten_subj_gesundheit.pdf?__blob=publicationFile . Zuletzt geprüft am 15.10.2015.
  7. Ravens-Sieberer, U.; Görtler E.; Bullinerg, M. (2000): Subjektive Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen – Eine Befragung Hamburger Schüler im Rahmen der schulärztlichen Untersuchung, Gesundheitswesen 62. (3): 148-155.
  8. Scharf, R.; Rupprecht, S. (2010): Hintergrundinformationen zur Studie „Subjektive Gesundheitsbeschwerden von Schülern“ der DAK und der Leuphana Universität Lüneburg. Online verfügbar unter: http://www.dak.de/dak/download/Studie_Stress_Maedchen-1318836.pdf . Zuletzt geprüft am: 15.10.2015.
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