Glücksspielsucht

Die Zahl der Glücksspielabhängigen in Hessen kann laut Angaben der HLS (Hessische Landesstelle für Suchtfragen e. V.) nur geschätzt werden: Nach der aktuell vorliegenden repräsentativen Bevölkerungsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Glücksspielverhalten in Deutschland wiesen im Jahr 2013 363.000 Personen ein problematisches Spielverhalten auf. Ein pathologisches Spielverhalten dagegen zeigten 438.000 Personen.1

Die Evaluation des Landesprojektes Glücksspielsuchtprävention und -beratung Ende 2010 kommt zum Schluss, dass „das (verstärkte) Auftreten des pathologischen Glücksspiels in engem Zusammenhang mit dem quantitativen Ausbau des Glücksspielangebots – gerade dem Ausbau von Spielhallen mit Geldspielgeräten – und der Entwicklung neuer Spielformen (inkl. Onlinespiele), aber auch mit sozialen Faktoren (u. a. Veränderung von Milieus und Freizeitgestaltung, Migrationsprobleme) stehen dürfte“.2 Allein in Hessen wurden in Spielhallen 354 Millionen Euro an Geldspielautomaten verspielt.

In dem im Jahr 2014 eingeführten landesweiten EDV-gestützten Sperrsystem für Spielhallen (OASIS) haben sich in Hessen bis zum Frühjahr 2015 ca. 9.500 Menschen sperren lassen. Damit zeigt sich, dass die Sperrdatei ein wirksames Instrument zum Spielerschutz darstellt.3

Glücksspielprävention in Hessen

Um den Weg in die Glücksspielsucht zu vermeiden sowie den bereits Betroffenen wie auch Angehörigen Hilfen anbieten zu können, hat das Land Hessen 2008 an 15 Standorten Fachberatungen für Glücksspielsucht in das bestehende hessische Suchthilfe­system integriert sowie bei der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e. V. (HLS) (www.hls-online.org) eine landesweite Koordinierungsstelle eingerichtet. Diese zusätzlichen Personalstellen sowie die Sachkosten werden vom Hessischen Sozialministerium und vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport gefördert.4

Fußnote
  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (2014): Vorstellung Ergebnisbericht: Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2013. Pressemitteilung vom 20.2.2014 in Köln.
  2. Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (2010): Erhebung von Ansätzen guter Praxis zu Prävention, Beratung und Behandlung von Glücksspielgefährdeten/-abhängigen in Hessen. Abschlussbericht. Online verfügbar unter: http://www.fogs.info/pdf/Abschlussbericht_Evaluation_Fachberatung_Gluecksspielsucht_Hessen.pdf  Zuletzt geprüft am: 21.01.2016.
  3. Hessische Landesstelle für Suchtfragen e. V. (2015): Hessisches Landesprojekt zum Thema Glücksspielsucht. Online verfügbar unter: http://hls-online.org/index.php?option=com_content&view=article&id=427&Itemid=684 . Zuletzt geprüft am: 14.10.2015.
  4. Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich mbH / Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (2010): Erhebung von Ansätzen guter Praxis zu Prävention, Beratung und Behandlung von Glücksspielgefährdeten/-abhängigen in Hessen. Abschlussbericht. Köln/Hamburg.
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