Hessen
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Mitten im Leben

Obwohl die Gesundheit von Erwachsenen in der mittleren Lebensphase (18 bis 65 Jahre) in den zurückliegenden Jahren in den Vordergrund des allgemeinen Interesses der Gesundheitspolitik und Gesundheitswissenschaften getreten ist, ergibt sich aus den Daten zur Gesundheit der Erwachsenen in Deutschland nach wie vor Handlungsbedarf für die Gesundheitsförderung und Prävention.

In dieser Lebensphase stellen psychische Störungen die zweitwichtigste Krankheitsgruppe bei Arbeitsunfähigkeit dar. Hier sind insbesondere Frauen betroffen. Bezogen auf andere Krankheiten sind Männer jedoch stärker repräsentiert, vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die oft durch Lebensstilfaktoren wie Rauchen und Übergewicht begünstigt werden (vgl. Abb. 21). Bedingt durch den demografischen Wandel haben Krebserkrankungen zuungunsten der Männer zugenommen (vgl. Abb. 20).

Häufige Erkrankungen der 18 bis 64 jährigen
Häufige Erkrankungen der 18 bis 64 jährigen  Foto: Legende: Die hier erfassten Erkrankungen entsprechen den HMG-Diagnosen der jeweiligen HMG-Gruppe (siehe Krankheiten). Diabetes Typ 2 und Typ 1, psych. KH (u. a. Depression, Schizophrenie), Krebsdiagnosen, Lungenkrankheiten (u. a. Asthma, chron. Bronchitis). Quelle: Daten gesetzlicher Krankenkassen auf der Basis von „hierarchisierten Morbiditatsgruppen“ (HMG) 2011, Satistisches Landesamt, eigene Berechnung 2013.
Herz Kreislauf Erkrankungen der 18 bis 64 jährigen Männer und Frauen
Herz Kreislauf Erkrankungen der 18 bis 64 jährigen Männer und Frauen  Foto: Legende: Die hier erfassten Erkrankungen entsprechen den HMG-Diagnosen der jeweiligen Diagnosegruppe (siehe Krankheiten). Herzinsuffizienz, Angina pectoris / Z.n. Infarkt, chronische koronare Herzkrankheit, erworbene Herzklappendefekte sowie Arrhythmien. Akute koronare Krankheiten, angeborene Herzdefekte und Hypertonie sind nicht dargestellt. Quelle: Daten gesetzlicher Krankenkassen auf der Basis von „hierarchisierten Morbiditätsgruppen“ (HMG) 2011, Statistisches Landesamt, eigene Berechnung 2013.

Als Probleme in der Altersgruppe zeigen sich vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Zunahme von Alleinerziehenden.

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts1 weisen Migranten und Migrantinnen erhöhte Gesundheitsrisiken auf, die durch den häufiger niedrigeren sozioökonomischen Status und die ungünstige Wohnsituation bedingt sind. Des Weiteren werden präventive Angebote weniger genutzt.

Eine wichtige Rolle spielt in dem Lebensabschnitt die betriebliche Gesundheitsförderung, die das Ziel hat, die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer direkt im Betrieb zu fördern und zu erhalten. Vor dem Hintergrund der alternden Gesellschaft ist vor allem die Verlängerung der Lebensarbeitszeit zu beachten.

Ebenso werden in dem Kapitel Tabuthemen wie Gewalt, Erektionsstörungen und Genitalchirurgie angesprochen. Auch wird von Projekten berichtet, die einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention im Übergang vom Leben in der Familie zum Erwachsenendasein leisten, wie das Azubi-Projekt „Gesund durchstarten“.

(Siehe Projektbox "Gesund durchstarten")

Fußnote
  1. „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1) des Robert Koch-Instituts (2008–2012, n = 8151).
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