Die häufigsten Krankheiten im Bundesland Hessen

Nach Angaben der Krankenkassen stellten psychische Störungen im Jahr 2012 die zweitwichtigste Krankheitsgruppe bei der Arbeitsunfähigkeit dar und sind mit 37 % führende Ursache für Frühverrentungen.1 Dieses Ergebnis spiegelt sich auch in den Daten der GEDA-Studie (Gesundheit in Deutschland aktuell) des Robert Koch-Instituts wider: Nach eigenen Angaben sind 13 % der Frauen und 8 % der Männer seelisch belastet. Bei Frauen im Alter zwischen 18 und 29 sowie zwischen 45 und 64 Jahren sind die höchsten Prävalenzen seelischer Belastungen (jeweils 15 %) festzustellen. Bei den Männern liegt die Prävalenz seelischer Belastungen in der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen am höchsten (10 %).2 Im Hinblick auf den Sozialstatus zeigt die DEGS (Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland), dass unter den Männern und Frauen mit höherem soziökonomischen Status seltener eine depressive Symptomatik diagnostiziert wird.3(vgl. Abb. 20)

Gender- und altersspezifische sowie sozial bedingte Unterschiede zeigen sich auch bei der Prävalenz chronischer Erkrankungen. So steigt die Prävalenz von Diabetes (7,2 %) mit dem Alter an und ist bei niedrigem Sozialstatus höher, liegt jedoch bei Frauen und Männern auf einem ähnlichen Niveau (7,4 % der Frauen, 7,0 % der Männer).4

Die Auswertungen der Versichertendaten aus Hessen zeigen, dass neben Diabetes auch Krebserkrankungen im höheren Erwachsenenalter zunehmen, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Auch Lungenkrankheiten nehmen mit dem Alter kontinuierlich zu und sind für einen signifikanten Anteil an Arbeitsunfähigkeitstagen verantwortlich (vgl. Abb. 21).

Die Daten verdeutlichen, dass es sich bei den Menschen in der Altersspanne von 18 bis 65 Jahren um eine sehr heterogene Gruppe handelt. Neben den Geschlechterunterschieden gilt es bei Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention auch, die jeweiligen altersspezifischen Lebens- wie Gesundheitssituationen zu berücksichtigen.5 Die im Laufe der mittleren Lebensphase häufig vorzufindenden Probleme, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Arbeitslosigkeit und niedriger Sozialstatus, alleinerziehendes Elternteil zu sein sowie die Pflege Angehöriger, müssen in zukünftigen Strategien der Gesundheitsförderung und Prävention stärker berücksichtigt werden. Dazu kommen noch gesellschaftliche Veränderungen wie z. B. ein abnehmender familiärer Zusammenhalt und mangelnde soziale Unterstützung.6 Menschen in dieser Lebensphase sind insbesondere im betrieblichen Setting sowie auf kommunaler Ebene zu erreichen. Unter Einbeziehung der jeweiligen Zielgruppen müssen gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen und Maßnahmen entwickelt werden, welche die Gesundheitskompetenz stärken, das soziale Miteinander fördern und einen Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit leisten.

Fußnote
  1. Deutsche Rentenversicherung (Hrsg.) (2014): Positionspapier der Deutschen Rentenversicherung zur Bedeutung psychischer Erkrankungen in der Rehabilitation und bei Erwerbsminderung, S. 9-10, 24.
  2. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2014): Depression. Faktenblatt zu GEDA 2012: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2012“. RKI, Berlin, www.rki.de/geda (Stand 25.10.2014).
  3. Busch, M.A. et al. (2013): Prävalenz von depressiver Symptomatik und diagnostizierter Depression bei Erwachsenen in Deutschland – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt 2013/56. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, S. 733-739.
  4. Heidemann et al. (2013): Prävalenzen und zeitliche Entwicklung des bekannten Diabetes mellitus – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt 2013/56. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, S. 668-677.
  5. Hahn, D. (2011): Geschlechtersensible Prävention und Gesundheitsförderung bei Männern und Frauen im mittleren Alter: Der Gender Mainstreaming Ansatz als Weg zur Chancengleichheit der Geschlechter. Dokumentation Landeskonferenz Hessen „Gesund bleiben mitten im Leben – Strategien der Gesundheitsförderung für Frauen und Männer“. HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e.V. (Hrsg.), S. 10.
  6. Deutsche Rentenversicherung (Hrsg.) (2014): Positionspapier der Deutschen Rentenversicherung zur Bedeutung psychischer Erkrankungen in der Rehabilitation und bei Erwerbsminderung, S. 9-10, 24.
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