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Gesundheitsverhalten bei Erwachsenen zwischen 25 und 60 Jahren: Fakten und Perspektiven

Mit der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)1 hat das Robert Koch-Institut zwischen 2008 und 2011 umfassende Gesundheitsdaten zur in Deutschland lebenden Erwachsenenbevölkerung gesammelt. Zielpopulation waren die in Deutschland lebenden Erwachsenen bis zum Alter von 79 Jahren. Die aktuelle Einwohnermeldeamtsstichprobe wurde durch Teilnehmende des Bundes-Gesundheitssurveys 1998 (BGS98 des RKI, Berlin) ergänzt.

Insgesamt nahmen 8.152 Personen teil. Davon besuchten 7.238 Personen eines der 180 Untersuchungszentren und 914 wurden ausschließlich telefonisch befragt.

Der Vergleich der DEGS-Daten verschiedener Erhebungswellen ermöglicht Aussagen über die gesundheitliche Situation im Zeitverlauf. Zudem beinhaltet die DEGS eine Panelkomponente, d. h., Studienpersonen werden wiederholt zur Teilnahme eingeladen. Auf diese Weise werden Längsschnittdaten gewonnen, die es ermöglichen, Erkenntnisse über die Ursachen und Bedingungen gesundheitlicher Veränderungen im Lebenslauf zu erlangen. Die DEGS-Daten fließen in die Gesundheitsberichterstattung des Bundes am RKI ein und sind eine wichtige Grundlage für die evidenzbasierte Konzeption von Präventions- und Interventionsmaßnahmen.2

Im Folgenden werden die Prävalenzen wichtiger chronischer Erkrankungen sowie Ergebnisse zum Gesundheitsverhalten vorgestellt3:

  • Diabetes ist mit einem Anstieg von 38 % bis 2011 im Vergleich zum BGS98 ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko in Deutschland. Zwar ist dieser Anstieg zu einem Drittel durch den demografischen Wandel und den höheren Anteil an älteren Menschen erklärbar, dennoch erkranken auch immer mehr jüngere Menschen an Diabetes, was unter anderem mit dem großen Anstieg an Personen mit starkem Übergewicht zusammenhängt.
  • Übergewicht: 53 % der Frauen und 67 % der Männer sind übergewichtig. Stark übergewichtig und damit besonders gesundheitsgefährdet sind 24 % der Frauen und 23 % Prozent der Männer. Vor allem bei jüngeren Männern ist eine dramatische Entwicklung zu beobachten. Der Anteil an adipösen Männern zwischen 30 und 40 Jahren beträgt bereits 22 % im Vergleich zu 16 % 1998.
  • Fettstoffwechselstörungen: 60 % der Männer und 56 % der Frauen haben einen erhöhten Cholesterinspiegel. Nur ca. ein Drittel der Personen, die von ihrer Störung wissen, sind in Behandlung. 6 % der Frauen und 9 % der Männer haben erst zum Zeitpunkt der DEGS-Untersuchung von ihrer Stoffwechselstörung erfahren.
  • Bluthochdruck: Bei 30 % der Frauen und 33 % der Männer wurde eine Hypertonie diagnostiziert. Nur 40 % der Studienteilnehmer hatten Blutdruckwerte, die als optimal bezeichnet werden können. Dieses in den meisten Fällen verhaltensbedingte Gesundheitsrisiko ist für eine Vielzahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. Die Studienautoren schätzen, dass sich diese bei einer Verbesserung des Lebensstils halbieren.
  • Depressive Symptomatik: 8 % der Bevölkerung weisen derzeit eine depressive Symptomatik auf, 6 % ­bekamen in den letzten zwölf Monaten eine Depression von einem Psychotherapeuten oder Arzt diagnostiziert.

Hinsichtlich des Gesundheitsverhaltens gibt es aus DEGS1 positive Botschaften: Durchweg zeigt sich ein Trend zu mehr sportlicher Aktivität. Etwa ein Drittel der Erwachsenen gibt an, stark auf ausreichende Bewegung zu achten und ein Viertel treibt regelmäßig mindestens zwei Stunden pro Woche Sport (21,6 % der Frauen, 29,3 % der Männer). Die sportliche Aktivität hat in den letzten zehn Jahren stark zugenommen, im BGS98 berichteten deutlich weniger Befragte von sportlichen Aktivitäten in diesem Umfang (10,3 % Frauen, 13,0 % Männer). Dass die Empfehlungen der WHO zur gesundheitsförderlichen körperlichen Aktivität dennoch bislang nur von etwa 20 % der Erwachsenen erfüllt werden, deutet auf ein aktuelles Handlungsfeld für Prävention und für gesundheitspolitische Maßnahmen hin.

Es kommt nunmehr darauf an, aus der Analyse und den Erkenntnissen die Perspektiven und Handlungsfelder für eine bessere Gesundheit der Menschen in dieser Altersgruppe abzuleiten und zielgruppenspezifisch in eine gute Praxis umzusetzen.

Fußnote
  1. Robert Koch-Institut (2013): Die erste Welle der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) – Stichprobendesign, Response, Gewichtung und Repräsentativität. Online verfügbar unter: http://edoc.rki.de/oa/articles/reOjvEr900Q1Q/PDF/22VmD7JrO6CNg.pdf.
  2. Robert Koch-Institut (2013): Die erste Welle der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) – Stichprobendesign, Response, Gewichtung und Repräsentativität. Online verfügbar unter: http://edoc.rki.de/oa/articles/reOjvEr900Q1Q/PDF/22VmD7JrO6CNg.pdf.
  3. RKI (2013): „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts. Wichtige Ergebnisse auf einen Blick. Online verfügbar unter http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Degs/degs_w1/DEGS1-Ergebnisse.pdf?__blob=publicationFile.
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