Hessen
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Prävention und Kuration

Das Thema „Gesundheit“ ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig und wird zunehmend Teil des alltäglichen Lebens. Hier gilt es im Hinblick auf Prävention und Gesundheitsförderung anzusetzen und Schwerpunkte zu bilden. Dazu bedarf es neben Angeboten, die sich an den Einzelnen wenden, auch Strukturen in den Lebenswelten vor Ort (Kommunen, Stadtteilen, Kitas, Schulen usw.), welche gemeinsam mit den Beteiligten entwickelt werden und die gesündere Entscheidung zur leichteren Entscheidung machen.

Besonderes Augenmerk muss hier auf die gesundheitliche Chancengleichheit gelegt werden. Angehörige des unteren Fünftels der Gesellschaft tragen in jedem Lebensalter statistisch betrachtet ein mindestens doppelt so hohes Risiko, ernsthaft zu erkranken oder vorzeitig zu sterben, wie Angehörige des oberen Fünftels. So werden Männer der höchsten Einkommensgruppe durchschnittlich zehn Jahre älter als die der niedrigsten.1,2 Der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit unterstützt seit vielen Jahren die Länder und Kommunen bei der Entwicklung von kommunalen Netzwerken, die die gesundheitliche Situation z. B. von benachteiligten Kindern und Jugendlichen verbessern soll. In Hessen sind die Städte Kassel und Frankfurt diesem sogenannten Partnerprozess beigetreten und entwickeln entsprechende Präventionsketten. Andere Städte aus Hessen haben sich auf den Weg gemacht, diesen Beispielen zu folgen.

Der hessische Präventionsplan „GesundLeben – GesundBleiben“ greift dies auf und wird mit allen relevanten ­Akteuren entsprechende Strategien und Maßnahmen ­weiterentwickeln.

Eine bessere Gesundheit (von Frauen und Männern) im mittleren Lebensalter setzt zwingend einen höheren Stellenwert der Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter voraus. Wie in Kapitel 2 dieses Berichts beschrieben, müssen auf diesem Gebiet Ressourcen bereitgestellt werden, um gesundheitsförderndes Verhalten zu prägen. Die Hessische Landesregierung sieht in der frühen Gesundheitsförderung im Setting Kindertagesstätte und Schule nicht nur die frühe gesunde Verhaltensbildung, sondern auch das Potenzial einer Gesundheitsplattform für sonst nur schwer erreichbare Erwachsene.

Ausgehend von dem Wissen um die Gestaltbarkeit der Kindertagesstätten zu gesundheitsfördernden Lebenswelten über die Kinder, Eltern – teils auch Großeltern – und Beschäftigten bieten die Kindertagesstätte und die Schule eine gute Kontakt- und Kommunikationsplattform für Angebote der Gesundheitsförderung und Primärprävention in allen Lebensphasen. Inzwischen ist in Hessen innerhalb der letzten Jahre ein Netz von Familienzentren entstanden. Diese können zukünftig als Kommunikationsplattform zur Förderung eines gesunden Lebensstils bei Kindern und Eltern genutzt werden.3

Fußnote
  1. Mielck, A. (2005): Soziale Ungleichheit und Gesundheit. Einführung in die aktuelle Diskussion. Bern, Verlag Hans Huber.
  2. Lampert, Th., Kroll, L. E. & Dunkelberg, A. (2007): Soziale Ungleichheit der Lebenserwartung in Deutschland. In: APuZ. Aus Politik und Zeitgeschichte, 42/2007, S. 11-18.
  3. Maulbecker, C., Pallmeier, H. (2010): Gesund Aufwachsen in KiTas und Gesund Bleiben durch KiTas. Kita Aktuell
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