Krebs

Auch bei den Krebserkrankungen zeigen sich geschlechterspezifische Unterschiede. Im Jahr 2010 war, laut der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (RKI), der Prostatakrebs bei den Männern mit 26,1 % und der Brustkrebs bei den Frauen mit 31,3 % die häufigste Krebserkrankung unter allen Krebsneuerkrankungen. Während Lungen- und Darmkrebs bei den Männern die zweit- und dritthäufigste Todesursache ist, ist dies bei den Frauen andersherum.1

Für Hessen liegen Daten aus dem Hessischen Krebsregister vor, die im dritten Hessischen Krebsbericht2 dargestellt sind. Die Ergebnisse dokumentieren geschlechterspezifische Unterschiede. So entfielen im Jahr 2011 13.300 Krebsneuerkrankungen auf Männer und 12.200 auf Frauen. Das bundesweite Ergebnis vom RKI zu den Krebsarten spiegelt sich auch in den hessischen Daten wider. Mit einem Anteil von 37,2 % war Brustkrebs die am häufigsten im Krebsregister dokumentierte Erkrankung unter hessischen Frauen, gefolgt von Darmkrebs (13,6 %) und Lungenkrebs (6,1 %). Bei den Männern lag nach dem Prostatakrebs (29,9 %) ebenfalls Darmkrebs (15,4 %) und Lungenkrebs (10,6 %) auf den folgenden Rangplätzen. 

Können beide Geschlechter betroffen sein, so führen u. a. geschlechtsspezifische Unterschiede in verhaltensbezogenen Risikofaktoren zu Unterschieden in den Neuerkrankungsraten. Das über Jahrzehnte stärkere Rauchverhalten der Männer schlug sich zum Ende der 90er Jahre in bis zu vierfach erhöhten Neuerkrankungsraten an Lungenkrebs nieder. Verschiebungen im Rauchverhalten ließen seit der Jahrtausendwende die Neuerkrankungsraten von Männern sinken und von Frauen steigen, sodass aktuell Männer noch etwa doppelt so häufig an Lungenkrebs erkranken als Frauen. Ein weiterer Geschlechtsunterschied zeigt sich beim malignen Melanom, das in Hessen bei Männern und Frauen ähnlich häufig auftritt, aber bei dem in den letzten Jahren ein Unterschied des medianen Erkrankungsalters von acht bis zehn Jahren festgestellt wurde. Frauen erkranken im Mittel deutlich früher als Männer, was auf Unterschiede in den Risikoprofilen hinweist.3 Durch ihre allgemein höhere Lebenserwartung sind Frauen in den höchsten Altersklassen deutlich in der Überzahl. Da bei vielen Krebsarten das Risiko mit dem Alter ansteigt, ist ein Teil der Krebsfälle von Frauen im Vergleich zu Männern dem demografischen Effekt zuzurechnen. Bei der Analyse der Krebshäufigkeiten von Männern und Frauen wird dieser Effekt durch sogenannte „Altersstandardisierung“ wieder herausgerechnet.4 Weitere Informationen und Daten sind dem Themenkapitel zu Krebs in diesem Bericht zu entnehmen sowie dem Hessischen Krebsbericht unter: https://soziales.hessen.de/sites/default/files/media/hsm/krebs_in_hessen_2015_0.pdf 

Fußnote
  1. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2014): Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. RKI, Berlin, S. 37.
  2. Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, Krebs in Hessen 2015, Inzidenz- und Mortalitätsdaten 2011.
  3. Zentrum für Krebsregisterdaten (2015): Datenabfrage: Inzidenz, Altersstandardisierte Rate pro 100.000 Einwohner. Diagnose: Krebs gesamt (C00-C97 ohne C44). Jahre: 2000-2011. Online verfügbar unter: http://www.krebsdaten.de/Krebs/SiteGlobals/Forms/Daten ­bankabfrage/datenbankabfrage_stufe2_form.html. Zuletzt geprüft am: 2.6.2015.
  4. Hessisches Ministerium für Soziales und Integration (2015): Krebs in Hessen 2015. Inzidenz und Mortalitätsdaten 2011. Online verfügbar unter: https://soziales.hessen.de/sites/default/files/media/hsm/krebs_in_hessen_2015_0.pdf  Zuletzt geprüft am: 19.10.2015.
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