Seelische Gesundheit von Männern

Die Ergebnisse in Bezug auf die Prävalenz seelischer Belastungen fallen zugunsten der Männer aus. Während 13 % der Frauen angeben, seelisch belastet zu sein, sind es unter den Männern lediglich 8 %.1 Im Hinblick auf psychische Störungen zeigen die Auswertungen aus der DEGS, dass 15,4 % der Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren eine Lebenszeitprävalenz für eine diagnostizierte Depression haben (Männer 7,8 %).2 Die Gründe dafür, dass in nahezu allen Lebensphasen psychische Störungen häufiger bei Frauen als bei Männern diagnostiziert werden, sind unterschiedlich. Zum einen gibt es biologische Erklärungsansätze, die von genetischen und hormonellen Unterschieden als Auslöser für bestimmte psychische Störungen ausgehen.3 Zum anderen berichten Männer in ärztlichen Gesprächen weniger psychische Symptome als Frauen, sondern häufig somatische Symptome, und auch die Ärzte selbst suchen bei ihnen eher nach körperlichen als nach psychischen Krankheitsursachen.4 Der Hintergrund dafür ist häufig das Rollenverständnis und die damit einhergehenden Erwartungen wie Stärke und Risikobereitschaft, Unabhängigkeit und das Streben nach Status.5

Fußnote
  1. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2014): Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. RKI, Berlin, S. 56.
  2. Busch, M. A. et al. (2013): Prävalenz von depressiver Symptomatik und diagnostizierter Depression bei Erwachsenen in Deutschland – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt 2013/56. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, S. 733-739.
  3. Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2014): Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. RKI, Berlin, S. 68.
  4. BKK Bundesverband (2010): BKK Gesundheitsreport 2010. Gesundheit in einer älter werdenden Gesellschaft. BKK Bundesverband, Essen, 107. Online verfügbar unter: https://www.bkk-dachverband.de/fileadmin/publikationen/gesundheitsreport/fruehere_gesundheitsreporte/BKK-Gesundheitsreport_2010.pdf Zuletzt geprüft am 2.6.2015 .
  5. 42 Kroenke, K., Spitzer, R.L. (1998): Gender differences in the reporting of physical and somatoform symptoms. Psychosomatic medicine 60(2), 150-155. Online verfügbar unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9560862  Zuletzt geprüft am: 2.6.2015.
© Copyright 2018-2020 - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration