Ansätze für die Prävention „Altern in Gesundheit“

Gesundheit im Alter ist von erheblicher gesellschaftlicher und individueller Bedeutung. Obwohl im Alter gesundheitliche Probleme und Beschwerden zunehmen, ist das Alter nicht gleichbedeutend mit Krankheit, Einschränkungen und Pflegebedürftigkeit. Der individuelle Lebensstil, persönliche Ressourcen, die soziale Integration sowie eine adäquate medizinische Betreuung können den Gesundheitszustand, die Lebensqualität und das Wohlbefinden erheblich beeinflussen. Sie sind damit Erfolg versprechende Ansatzpunkte für Gesundheitsförderung und Prävention.1

Die Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung im Alter erfährt seit einigen Jahren größere Aufmerksamkeit. Die Lebensphase Alter ist im Vergleich zu den anderen Lebensphasen mit zunehmenden Gesundheitsrisiken verbunden, denen jedoch mit einer systematisch geplanten Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation entgegengewirkt werden kann.2 Zum einen geht es darum, Erkrankungen bis ins hohe Alter vorzubeugen und ältere Menschen in Hessen mit Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention zu erreichen. Zum anderen besteht die Herausforderung, ein selbstbestimmtes, zufriedenes Leben trotz zunehmender Einschränkungen im Alter zu sichern.

Daher geht es in den Aktivitäten von „Gesund Altern“ um:

  • das Erkennen und Fördern von Chancen für die Gesundheit in den Lebensphasen und Lebenslagen des Alters,
  • das Vorbeugen von Krankheiten sowie
  • die Sicherung von Selbstbestimmung und Lebensqualität trotz möglicher Einschränkungen.

Eine systematisch geplante Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung während der gesamten Lebensspanne spielt dabei auf unterschiedlichen Ebenen eine zentrale Rolle. Für ein gesundes Altern sind eine gesundheitsfördernde „Umwelt“ mit z. B. guten Umgebungsbedingungen für Bewegung wie auch die gesundheitliche und medizinische Versorgung relevant. Für eine gesundheitsfördernde Umgebung sind Bildungs-, Freizeit- und Bewegungsangebote vor Ort ebenso bedeutend für ältere Menschen wie Gesundheits- und Sozialdienste auf Gemeindeebene, die häusliche Dienste zur Unterstützung alter Menschen im Alltagsleben sicherstellen. Erfordernisse und Wünsche älterer Menschen in Bezug auf die Wohnunterkunft, das Einkommen und andere Faktoren, die ihre Autonomie und soziale Eingebundenheit stärken, sind zu berücksichtigen. Sie können die soziale Teilhabe in der Gesellschaft, aber auch das Selbstwertgefühl und die Unabhängigkeit erhöhen.3 Auf der individuellen Ebene ist es die gesunde Lebensführung, wie körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und seelisch geistige Aktivitäten, die es zu stärken gilt.

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung möchte im Alter und auch bei eintretender Pflegebedürftigkeit möglichst lange in der eigenen Häuslichkeit verbleiben. Deshalb setzt sich die Hessische Landesregierung seit vielen Jahren dafür ein, dass ein möglichst breites Spektrum verschiedener Wohnformen für ältere Menschen besteht. Das Engagement der Hessischen Landesregierung reicht von der Förderung von Beratungsangeboten über die Berücksichtigung von barrie­refreiem Wohnen in den Zielen, Förderrichtlinien und Rechtsvorschriften bis hin zur Unterstützung des Aufbaus gemeinschaftlicher Wohnprojekte.

Beratungsangebot: Fachstelle für Wohnberatung in Kassel, www.awo-nordhessen.de 

Internetangebot „Barrierefrei für alle“: www.sozialnetz.de 

Wichtig ist das gezielte Zusammenwirken verschiedener Maßnahmen, die auf die Verbesserung der Lebensqualität älter werdender und älterer Menschen abzielen.4 Genauso wichtig ist bei der qualitätsgesicherten Planung und Umsetzung dieser Maßnahmen die Einbeziehung der älteren Menschen und somit die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse. Die unterschiedlichen Altersbilder5 in unserer Gesellschaft verdeutlichen die Vielfalt der Altersgruppe Alter und machen somit eine zielgruppenspezifische Herangehensweise notwendig.

Fußnote
  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, „Leitbegriffe der Gesundheitsförderung, Juni 2015.
  2. Heusinger, J. (2011): Vernetzung im Stadtteil als Motor settingbezogener Gesundheitsförderung im Alter. In: Schott, T., Hornberg, C. (Hrsg.): Die Gesellschaft und ihre Gesundheit. 20 Jahre Public Health in Deutschland: eine Bilanz und Ausblick einer Wissenschaft. VS Verlag: Wiesbaden, S. 625-651.
  3. Weltgesundheitsorganisation (WHO) (1999): Gesundheit 21 – das Rahmenkonzept „Gesundheit für alle“ für die Europäische Region der WHO. Europäische Schriftenreihe „Gesundheit für alle“, Nr. 6., WHO, Kopenhagen. Online verfügbar unter: http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0009/109287/wa540ga199heger.pdf?ua=1. Zuletzt geprüft am 19.10.2015.
  4. Naegele, G. (2012): Active and Healthy Ageing und die Herausforderungen an die gesundheitlichen Versorgungssysteme. In: BZgA (Hrsg.): Lebensphase Alter gestalten – Gesund und aktiv älter werden. Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung. Band 45, S. 24-35.
  5. Deutscher Bundestag (2010): Sechster Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland: Altersbilder in der Gesellschaft. Drucksache 7/3815. Berlin: Deutscher Bundestag.
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