Hessischer Gesundheitspreis - Kategorie "Gesund altern"

Hessischer Gesundheitspreis
Hessischer Gesundheitspreis  Foto: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten der Hessischen Landesregierung zur nachhaltigen Prävention und Gesundheitsförderung ist die seit 2012 jährlich stattfindende Verleihung des Hessischen Gesundheitspreises. Mit dieser Initiative werden Beispiele guter Praxis in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention hervorgehoben, die geprägt sind von innovativen Ansätzen und effektiven Umsetzungsstrategien in den verschiedenen Lebensphasen und Lebenswelten. Der Hessische Gesundheitspreis wird unter anderem in der Kategorie „Gesund Altern“ verliehen. Nähere Informationen zum Hessischen Gesundheitspreis finden Sie in Kapitel 6.2.4. Folgende Projekte wurden in den letzten Jahren (seit 2012) für ihre vorbildliche Konzeption und Durchführung ausgezeichnet

2012

„Präventive Hausbesuche – Gesundheitsberatung für Seniorinnen und Senioren“

Der Gewinner in der Kategorie „Gesund Altern“ ist das Projekt „Präventive Hausbesuche – Gesundheitsberatung für Seniorinnen und Senioren“ vom Caritasverband Frankfurt e. V. Das Projekt greift die Lebenssituation älterer Menschen im Vorfeld von Pflegebedürftigkeit auf. In enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren im Wohnquartier soll durch Hausbesuche und Beratung eine möglichst lange Eigenständigkeit der älteren Menschen erreicht werden. Das Projekt ist präventiv ausgerichtet, schließt insbesondere sozial Benachteiligte ein und ist innovativ und vorbildlich.

http://www.caritas-frankfurt.de/55742.html 

Sonderpreis 2012

„Verständliche Medizin – Gesundheitsthema des Monats“

Der Gewinner der Kategorie „Über die Lebensphasen hinweg“ ist das Projekt „Verständliche Medizin – Gesundheitsthema des Monats“, initiiert vom Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden in Kooperation mit dem Praxisverbund Wiesbaden. Das Projekt richtet sich an alle betroffenen und interessierten Bürger in Wiesbaden. ­Gemeinsam mit dem Praxisverbund Wiesbaden (niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten) unter Beteiligung anderer Berufsgruppen werden in monatlichen Veranstaltungen gesundheitsrelevante Themen verständlich aufbereitet und vermittelt. Das Projekt fördert die Patientensouveränität, die Motivation und die öffentliche Akzeptanz von gesundheitlichen Themen in der Stadt. Die Vernetzungen vor Ort sind vorbildlich und können als Beispiel für andere Städte oder Landkreise dienen. Das Programm wurde inzwischen bereits von Kassel übernommen.

http://www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/gesundheit/veranstaltungen-aktionen/verstaendliche-medizin.php 

2013

„GRIPS – kompetent im Alter“ des Seniorenreferats der Evangelischen Kirche in Kassel

Bei GRIPS handelt es sich um ein Angebot, durch welches ältere Menschen möglichst wohnortnah Gelegenheit erhalten, in einem überschaubaren Kreis von bis zu zwölf Personen Gedächtnis, Konzentrationsvermögen, Beweglichkeit und Gleichgewicht zu trainieren. Gleichzeitig soll die Gruppe einen Rahmen bieten, Kontakte zu knüpfen, Alltagsfragen zu erörtern und damit an Lebensqualität zu gewinnen. Das von der Stadt Kassel 2007/2008 dank einer EU-Förderung modellhaft entwickelte Projekt wird seither in gemeinsamer Verantwortung des Referats für Altenhilfe des Sozialamtes und des Seniorenreferats der Evangelischen Kirche Kassel fortgeführt. Inzwischen konnten über 50 GRIPS-Trainerinnen und -Trainer ausgebildet werden, die stadtweit – meist in Zweierteams – über zwanzig GRIPS-Gruppen leiten.

http://www.ekik.de/

2014

Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen – Gründung von „moment!“-Gruppen in der Region Mittelhessen

Bis zu 1,4 Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland an Demenz erkrankt. In Hessen sind über 71.000 Fälle bekannt, wobei Experten aufgrund der späten oder gar fehlenden Diagnosen von 90.000 Betroffenen ausgehen. Aufgrund des demografischen Wandels werden sich diese Zahlen in den nächsten Jahren vervielfachen. Ein Grund, sich um die Versorgung und Integration der Betroffenen in das öffentliche Leben Gedanken zu machen. Denn aufgrund der Krankheitsfolgen und der nur selten an die Bedürfnisse der Betroffenen angepassten sozialen und kulturellen Angebote, nehmen Demenzkranke vielfach nicht mehr am öffentlichen Leben teil. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass insbesondere Sport einen positiven Effekt auf die motorischen und kognitiven Symptome von Demenzerkrankungen ausübt. Auf dieser Grundlage konzipierte die Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen e. V. und die Diakonie Hessen das Projekt „moment!“. Dieses wurde von 6/2013 bis 6/2014 im Landkreis Marburg-Biedenkopf umgesetzt. Das Wort „moment“ steht dabei für motorisches und mentales Training für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Ein wesentliches Ziel von „moment!“ ist die Schaffung erforderlicher Rahmenbedingungen, um Bewegungsgruppen für Menschen mit Demenz in Hessen zu realisieren. Es sollen ambulante und stationäre Angebote zur Verbesserung der Situation alter Menschen, pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger entwickelt und nachhaltig etabliert werden. Die fachliche Grundlage bietet eine speziell konzipierte Zusatzqualifikation mit einem Umfang von 40 Lerneinheiten über einen Zeitraum von drei Monaten. Die in der Zusatzqualifikation gewonnenen Erkenntnisse sollen schließlich im Wohn-/Arbeitsumfeld der Teilnehmer/-innen umgesetzt werden. Das Oberziel des Projekts ist es, ein hessenweites Netzwerk entstehen zu lassen, in dem in allen Regionen Hessens „moment!“-Gruppen mit niedrigschwelligen Betreuungsangeboten für demenziell veränderte Menschen entstehen.

http://www.moment-hessen.de/index.php?id=2 

Sonderpreis 2014

„Gesund altern in der Kommune“: GESUND ALTERN im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Ein Sonderpreis ging an den Kreisausschuss Marburg-Biedenkopf mit dem Projekt „GESUND ALTERN in Marburg-Biedenkopf“. Die Gemeinde Lohra wurde im Projektzeitraum 02/2012 bis 05/2013 zur Modellgemeinde dieses Projekts gewählt und ist Teil der Präventionsaktivitäten in der Gesundheitsregion des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Ziel der Initiative ist es, alternde Menschen dabei zu unterstützen, so lange wie möglich gesund, aktiv und selbstständig leben zu können. Dies soll über niedrigschwellige Bewegungs- und Gesundheitsangebote für ältere Menschen im Quartier erreicht werden. Nach Ende der Projektlaufzeit werden die Aktivitäten nun durch Vereine der Gemeinde Lohra weitergeführt.

http://www.marburg-biedenkopf.de/

2015

Rodgauer Demenz-Sprechstunde

Infolge der älter werdenden Gesellschaft nimmt auch die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Die Diagnose belastet Erkrankte, aber auch ihre Angehörige in hohem Maße. Der Großteil demenziell Erkrankter lebt im häus­lichen Umfeld. Die Betreuung und Pflege ist eine schwere Aufgabe, die sowohl körperlich wie seelisch belastet und erschöpft. Hiervon werden Betreuende nicht selten selber krank. Die „Rodgauer Demenz-Sprechstunde“ des Magistrats der Stadt Rodgau ist vor allem eine Anlaufstelle für Angehörige von Demenzerkrankten. Das Beratungs- und Informationsspektrum umfasst alle relevanten Bereiche. Dazu zählen u. a. die Themenfelder Umgang mit Erkrankten und Pflege von Betroffenen, gesetzliche Betreuung ebenso wie Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und Entlastungsangebote für Angehörige. Die Netzwerkpartner gestalten im 14-tägigen Rhythmus Sprechstunden, entsprechend ihrer Ausrichtungen und Qualifikationen.

http://www.rodgau.de/ 

Nachfolgend werden unter Zuordnung zu zentralen Gesundheitsthemen praxisbezogen konkrete Aktivitäten im Bereich „Altern in Gesundheit“ dargestellt.

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