Ausblick

Der Hessische Gesundheitsbericht dient als Grundlage für die passgenaue Ausrichtung der Präventionsinitiativen in Hessen.

Das neue Präventionsgesetz zeigt den zentralen Stellenwert, den Gesundheitsförderung und Prävention einnehmen, um den Erfordernissen einer alternden Bevölkerung entgegenzuwirken. Es wird deutlich, dass nur mit konzertierten und koordinierten Anstrengungen präventiv auf das Krankheitsgeschehen eingewirkt werden kann. Das Gesetz regelt ab 2016 neue Maßnahmen bei den gesetzlichen Kassen, die verstärkt auf die Kombination von Verhaltens- und Verhältnisprävention setzen sollen. Während die Aufgabe der Ärzteschaft eher im Bereich der individuellen Verhaltensprävention gesehen wird, muss von öffentlicher Seite zudem insbesondere die Verhältnisprävention in den konkreten Lebenswelten wie Betrieb, Schule usw. in den Blick genommen werden. Mit diesem sogenannten Lebensweltenansatz werden insbesondere sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen angesprochen, die durch die verhaltenspräventiven Maßnahmen kaum erreicht werden

Daten wie die des Hessischen Gesundheitsberichts können hier einerseits bei der Entwicklung bundeseinheitlicher Rahmenempfehlungen einer nationalen Präventionskonferenz behilflich sein, andererseits können sie die Planung regionaler Präventionsprojekte durch die Beschreibung der gesundheitlichen Lage steuern und unterstützen und damit helfen, bedarfsgerecht gesundheitsförderliche Strukturen und Netzwerke zu etablieren. Ganz konkret wird der Bericht die Grundlage bilden für die im neuen Präventionsgesetz verlangte verbindliche hessische Landesrahmenvereinbarung, die zur Umsetzung des Bundespräventionsgesetzes auf der Landesebene erstellt werden muss. Zudem bietet das Präventionsgesetz die Chance zur Verbesserung und Verbreiterung der Gesundheitsberichterstattung, insbesondere auf kommunaler Ebene. Hier ist die Politik gefordert, entsprechende Strukturen zu schaffen.

Angesichts der Erkenntnisse aus der differenzierteren Datenlage im Gesundheitsbericht Hessen über die chronischen Erkrankungen können die Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen in Hessen in Zukunft noch zielgruppen- und problemorientierter ausgerichtet werden. Überall dort, wo es sinnvoll und notwendig ist, werden die Daten des Gesundheitsberichts Hessen künftigen Präventions- und Gesundheitsförderprogrammen zugrunde gelegt. Diese werden im Rahmen des hessischen Präventionsplans „GesundLeben – GesundBleiben“ in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten in Hessen gemeinsam geplant und umgesetzt.

Die Ergebnisse des Berichts zeigen, dass es dabei sinnvoll ist, nach den hier verwandten Altersstufen und nach Geschlecht zu differenzieren und den Schwerpunkt der Gesundheitsförderung und Prävention auf die aufgezeigten gesundheitlichen Belastungen in den jeweiligen Altersgruppen zu legen. Auch im Präventionsgesetz wird von den einzelnen Lebensphasen ausgegangen und der Fokus auf chronische, lebensstilabhängige Krankheiten gelegt.

Weiterhin sollte die Datenbasis der hessischen Gesundheitsberichterstattung zukünftig eine Evaluation der erzielten Verbesserung im Gesundheitszustand der jeweiligen Zielgruppen erlauben. Die hessischen Qualitätskriterien zur Gesundheitsförderung, die bei der HAGE (Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V.) angesiedelt werden, können so gesundheitsdatenbasiert zur Beurteilung von Prävention und Gesundheitsförderungsmaßnahmen eingesetzt werden. Dies ist auch eine Vorgabe des neuen Präventions­gesetzes.

Ziel muss es weiterhin sein, in den drei Lebensphasen ein gesundes Aufwachsen, ein Gesundbleiben und ein gesundes Altern zu ermöglichen. In der Kindheit und Jugend muss es künftig vermehrt darum gehen, sich der psychischen Gesundheit zuzuwenden. Auch im mittleren Erwachsenenalter sollte ein Fokus neben der Förderung eines gesunden Lebensstils und der betrieblichen Gesundheitsvorsorge allgemein auf präventiven Maßnahmen zum Thema psychische Belastungen am Arbeitsplatz liegen. Im Seniorenalter geht es in Zukunft noch mehr um Fragen der Erhaltung von Beweglichkeit und körperlicher Funktionalität sowie des psychischen Wohlbefindens, insbesondere auch angesichts schon bestehender Erkrankungen. Ziel ist es, die hessischen Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen, um so ein möglichst langes eigenständiges und gesundes Leben zu führen.

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